Für 1.000 € netto im Monat brauchst du 15.900 € Dividende im Jahr vor Steuern, wenn du allein anlegst und keine Kirchensteuer zahlst. Wie groß das Depot dafür sein muss, entscheidet die Rendite: Bei 3,5 % sind es 455.400 €, bei der Median-Rendite der 1.716 Dividendenzahler in unserer Datenbank (2,65 %) 601.000 €. Mit 500 € Sparrate im Monat dauert der Weg dorthin in unserem Modell im Median 31 Jahre, mit 1.000 € 21 Jahre.
1.000 € im Monat ist für viele Dividendenanleger das erste große Ziel: genug für die Miete einer kleinen Wohnung, eine spürbare Aufstockung der Rente oder die Freiheit, weniger zu arbeiten. Die übliche Antwort auf die Frage nach der nötigen Depotgröße ist eine einzige Division. Sie unterschlägt die Steuer, die Frage, welche Rendite überhaupt zu haben ist, und den Weg dorthin. Hier rechnen wir alle drei mit echten Zahlen durch.
Die Rechnung in drei Schritten
Von deinem Wunschbetrag zur Depotgröße kommst du in drei Schritten:
- Netto aufs Jahr: 1.000 € im Monat sind 12.000 € im Jahr, nach allen Steuern.
- Netto zu brutto: Abgeltungsteuer, Solidaritätszuschlag und Pauschbetrag eingerechnet braucht es dafür 15.941 € Bruttodividende.
- Brutto zur Depotgröße: Bruttodividende geteilt durch die Dividendenrendite deines Depots.
Depotgröße = 15.941 € ÷ Dividendenrendite
Bei 4 % Rendite sind das 398.500 €, bei 3 % 531.400 €. Ein Prozentpunkt Rendite verschiebt das nötige Depot also um sechsstellige Beträge. Deshalb lohnt der genaue Blick auf beide Größen: was die Steuer nimmt und welche Rendite du dauerhaft bekommst.
Was die Steuer mitnimmt
Wie viel brutto du brauchst, hängt davon ab, wie du anlegst. So viel Bruttodividende im Jahr ergibt 1.000 € netto im Monat:
- Deutsche oder US-Aktien, allein1.000 € Pauschbetrag, US-Quellensteuer voll angerechnet15.941 €
- Deutsche oder US-Aktien, Ehepaar2.000 € Pauschbetrag15.582 €
- Ausschüttender Aktien-ETF aus Irland, allein30 % Teilfreistellung14.394 €
- Schweizer Aktien, allein35 % Quellensteuer, ohne Rückforderung21.554 €
Für deutsche und amerikanische Aktien ist das Ergebnis fast gleich: Die 15 % US-Quellensteuer werden auf die deutsche Steuer angerechnet. Weil auf den angerechneten Teil kein Soli fällt, kommen US-Aktien sogar minimal besser weg (744,50 statt 736,25 € je 1.000 € über dem Pauschbetrag). Ein Ehepaar braucht mit dem doppelten Pauschbetrag 358 € weniger. Ein ausschüttender Aktien-ETF kommt dank Teilfreistellung mit 14.394 € aus, zahlt aber meist eine niedrigere Rendite als ein ausgesuchtes Dividendendepot.
Teuer wird es mit Ländern, deren Quellensteuer über 15 % liegt. Holst du die Schweizer Verrechnungssteuer nicht zurück, brauchst du 21.554 €, also 5.614 € mehr. Welches Land wie viel einbehält und was du zurückholen kannst, steht im Artikel Quellensteuer auf Dividenden.
Welche Dividendenrendite realistisch ist
Die Abkürzung zum Ziel ist eine hohe Rendite. Wir haben nachgesehen, was die 1.716 Dividendenzahler in der Datenbank von Dividenden.com heute bieten: Die Hälfte rentiert unter 2,65 %, ein Viertel über 4,18 %. Nur 16,2 % kommen auf 5 % oder mehr, nur 10,2 % auf 6 % oder mehr.
- 2 % Dividendenrendite62 % der Zahler bieten so viel, Kürzungsquote 2,9 %797.000 €
- 3 % Dividendenrendite43 % der Zahler bieten so viel, Kürzungsquote 2,9 %531.400 €
- 4 % Dividendenrendite27 % der Zahler bieten so viel, Kürzungsquote 9,7 %398.500 €
- 5 % Dividendenrendite16 % der Zahler bieten so viel, Kürzungsquote 9,7 %318.800 €
- 6 % Dividendenrendite10 % der Zahler bieten so viel, Kürzungsquote 28 %265.700 €
- 8 % Dividendenrendite4 % der Zahler bieten so viel, Kürzungsquote 44,5 %199.300 €
Die Grafik zeigt das Dilemma. Mit 8 % Rendite bräuchtest du nur ein Viertel des Depots, das 2 % erfordern. Aber bei Renditen über 6 % wurde die Dividende in unserer Auswertung bei mehr als jedem vierten Titel binnen eines Jahres gekürzt. Ein Depot, das auf dem Papier 1.000 € abwirft und nach der ersten Kürzungswelle noch 700 €, hat sein Ziel verfehlt. Wie du eine solche Renditefalle erkennst, steht im Artikel Renditefalle erkennen.
1.000 € im Monat heißt nicht jeden Monat 1.000 €
Das Ziel ist ein Durchschnitt. Wann das Geld tatsächlich kommt, hängt davon ab, welche Aktien du hältst. So verteilten sich die Zahlungen der letzten zwölf Monate:
Deutsche Aktien zahlen fast alle einmal im Jahr, nach der Hauptversammlung: 76 % der Zahlungen fielen in den Mai und Juni, allein der Mai brachte 45 %. Ein reines DAX-Depot für 1.000 € im Monat überweist dir im Frühsommer mehrere Tausend Euro und im Herbst fast nichts. US-Aktien zahlen vierteljährlich und über das Jahr verteilt, mit Spitzen in den Quartalsmonaten. Wer einen gleichmäßigen Monatsbetrag will, mischt beide oder legt sich einen Puffer auf dem Konto an.
Wie viel in welchem Monat kommt, zeigt dir der Dividendenkalender in deinem Depot bei Dividenden.com, Monat für Monat und netto.
Wie lange der Weg mit Sparplan dauert
Wie schnell du bei 455.400 € ankommst, hängt an der Sparrate und an der Börse. Wir haben den Weg mit dem Modell unserer Depotprognose durchgerechnet: 2.000 zufällige Börsenverläufe je Sparrate, 7 % Gesamtrendite im Jahr bei 14 % Schwankung, Dividenden werden nach Steuern wiederangelegt. Die 7 % sind bewusst vorsichtiger als 3,5 % Rendite plus 6,8 % Dividendenwachstum: Die letzten fünf Jahre enthalten bei vielen Titeln die Erholung nach den Kürzungen von 2020, und kein Depot hält jede Erhöhung durch.
| Start und Sparrate | Im Median | Schnellste 10 % | Langsamste 10 % | Selbst eingezahlt |
|---|---|---|---|---|
| 250 € im Monat | 43 Jahre | 31 Jahre | über 50 Jahre | 128.300 € |
| 500 € im Monat | 31 Jahre | 23 Jahre | 45 Jahre | 186.000 € |
| 500 € im Monat, jedes Jahr 3 % mehr | 27 Jahre | 20 Jahre | 35 Jahre | 237.800 € |
| 1.000 € im Monat | 21 Jahre | 16 Jahre | 30 Jahre | 252.000 € |
| 50.000 € Start, dazu 500 € im Monat | 24 Jahre | 16 Jahre | 38 Jahre | 192.500 € |
Mit 500 € im Monat erreicht die Hälfte der Verläufe das Ziel nach 31 Jahren. Die glücklichsten zehn Prozent schaffen es in 23 Jahren, die unglücklichsten brauchen 45 Jahre. Die Spanne zeigt, wie viel an der Reihenfolge der Börsenjahre hängt, auf die du keinen Einfluss hast. Worauf du Einfluss hast, ist die Sparrate: Wer sie jedes Jahr um 3 % anhebt, etwa mit jeder Gehaltserhöhung, ist im Median nach 27 Jahren am Ziel statt nach 31 Jahren.
Bemerkenswert ist die letzte Spalte. Mit 1.000 € im Monat zahlst du bis zum Ziel 252.000 € selbst ein, den Rest von 455.400 € erwirtschaften Kurs und Dividenden. Mit 250 € im Monat ist das Ziel im Median erst nach 43 Jahren erreicht, für viele also erst im Rentenalter.
Mit deinen eigenen Zahlen rechnen
Alle Zahlen oben gehen von Annahmen aus, die für dich nicht stimmen müssen. Zwei Werkzeuge rechnen mit deinen:
- Der Dividendenrechner zeigt kostenlos, in welchem Jahr dein Depot dein Cashflow-Ziel erfüllt, mit deiner Sparrate, Rendite, deinem Dividendenwachstum und Wiederanlage.
- Die Depotprognose startet mit deinem echten Depot bei Dividenden.com und zeigt neben dem mittleren Weg die Bandbreite aus tausenden Verläufen, dazu Meilensteine für dein Dividendeneinkommen. Sie gehört zu Premium.
Häufige Fragen zu 1.000 € Dividende im Monat
Wie viel Depot brauche ich für 500 € Dividende im Monat?
Und für 2.000 € im Monat?
Wie viel mehr brauche ich mit Kirchensteuer?
Reicht ein Dividenden-ETF?
Warum nicht einfach Aktien mit 8 % Rendite kaufen?
Soll ich die Dividenden bis zum Ziel wiederanlegen?

Ringo Dühmke investiert seit 2001 an der Börse und konzentriert sich seit 2014 auf Dividendenaktien. Im Mittelpunkt seiner Strategie stehen solide Geschäftsmodelle, attraktive Bewertungen und verlässliche Ausschüttungen. Mit seiner Erfahrung aus über 25 Jahren Unternehmertum hat er mit Dividenden.com die Plattform entwickelt, die er sich als Anleger selbst gewünscht hat: Daten, Analysen und Werkzeuge für den langfristigen Aufbau eines Dividendendepots.
So rechnet Dividenden.com