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Passives Einkommenca. 9 Min. Lesezeitgeprüft am 23.09.2026

1.000 € Dividende im Monat

Wie viel Depot du brauchst und wie lange der Weg dauert

Wie viel Depot brauchst du für 1.000 € Dividende im Monat? Die Rechnung mit Steuer, die Renditen von über 1.600 Dividendenzahlern, warum deutsche Aktien fast nur im Mai und Juni zahlen und wie lange der Weg mit 250, 500 oder 1.000 € Sparrate dauert.

Ringo Dühmke, Gründer von Dividenden.com

Seit 2001 an der Börse, seit 2014 mit einer konsequenten Dividendenstrategie. Lebt heute vom Dividenden-Cashflow seines Depots und hat Dividenden.com gegründet.

Kurze Antwort

Für 1.000 € netto im Monat brauchst du 15.900 € Dividende im Jahr vor Steuern, wenn du allein anlegst und keine Kirchensteuer zahlst. Wie groß das Depot dafür sein muss, entscheidet die Rendite: Bei 3,5 % sind es 455.400 €, bei der Median-Rendite der 1.716 Dividendenzahler in unserer Datenbank (2,65 %) 601.000 €. Mit 500 € Sparrate im Monat dauert der Weg dorthin in unserem Modell im Median 31 Jahre, mit 1.000 € 21 Jahre.

1.000 € im Monat ist für viele Dividendenanleger das erste große Ziel: genug für die Miete einer kleinen Wohnung, eine spürbare Aufstockung der Rente oder die Freiheit, weniger zu arbeiten. Die übliche Antwort auf die Frage nach der nötigen Depotgröße ist eine einzige Division. Sie unterschlägt die Steuer, die Frage, welche Rendite überhaupt zu haben ist, und den Weg dorthin. Hier rechnen wir alle drei mit echten Zahlen durch.

Die Rechnung in drei Schritten

Von deinem Wunschbetrag zur Depotgröße kommst du in drei Schritten:

  1. Netto aufs Jahr: 1.000 € im Monat sind 12.000 € im Jahr, nach allen Steuern.
  2. Netto zu brutto: Abgeltungsteuer, Solidaritätszuschlag und Pauschbetrag eingerechnet braucht es dafür 15.941 € Bruttodividende.
  3. Brutto zur Depotgröße: Bruttodividende geteilt durch die Dividendenrendite deines Depots.

Depotgröße = 15.941 € ÷ Dividendenrendite

Bei 4 % Rendite sind das 398.500 €, bei 3 % 531.400 €. Ein Prozentpunkt Rendite verschiebt das nötige Depot also um sechsstellige Beträge. Deshalb lohnt der genaue Blick auf beide Größen: was die Steuer nimmt und welche Rendite du dauerhaft bekommst.

Was die Steuer mitnimmt

Wie viel brutto du brauchst, hängt davon ab, wie du anlegst. So viel Bruttodividende im Jahr ergibt 1.000 € netto im Monat:

Bruttodividende im Jahr für 1.000 € netto im Monat
Abgeltungsteuer 25 % plus Solidaritätszuschlag, ohne Kirchensteuer.
  1. Deutsche oder US-Aktien, allein1.000 € Pauschbetrag, US-Quellensteuer voll angerechnet15.941 €
  2. Deutsche oder US-Aktien, Ehepaar2.000 € Pauschbetrag15.582 €
  3. Ausschüttender Aktien-ETF aus Irland, allein30 % Teilfreistellung14.394 €
  4. Schweizer Aktien, allein35 % Quellensteuer, ohne Rückforderung21.554 €
Eigene Berechnung mit der Steuerlogik von Dividenden.com, Stand 2026.

Für deutsche und amerikanische Aktien ist das Ergebnis fast gleich: Die 15 % US-Quellensteuer werden auf die deutsche Steuer angerechnet. Weil auf den angerechneten Teil kein Soli fällt, kommen US-Aktien sogar minimal besser weg (744,50 statt 736,25 € je 1.000 € über dem Pauschbetrag). Ein Ehepaar braucht mit dem doppelten Pauschbetrag 358 € weniger. Ein ausschüttender Aktien-ETF kommt dank Teilfreistellung mit 14.394 € aus, zahlt aber meist eine niedrigere Rendite als ein ausgesuchtes Dividendendepot.

Teuer wird es mit Ländern, deren Quellensteuer über 15 % liegt. Holst du die Schweizer Verrechnungssteuer nicht zurück, brauchst du 21.554 €, also 5.614 € mehr. Welches Land wie viel einbehält und was du zurückholen kannst, steht im Artikel Quellensteuer auf Dividenden.

Welche Dividendenrendite realistisch ist

Die Abkürzung zum Ziel ist eine hohe Rendite. Wir haben nachgesehen, was die 1.716 Dividendenzahler in der Datenbank von Dividenden.com heute bieten: Die Hälfte rentiert unter 2,65 %, ein Viertel über 4,18 %. Nur 16,2 % kommen auf 5 % oder mehr, nur 10,2 % auf 6 % oder mehr.

Depotgröße für 1.000 € netto im Monat, nach Dividendenrendite
Darunter: wie viele Zahler heute so viel bieten, und wie oft die Dividende bei dieser Rendite binnen zwölf Monaten gekürzt wurde.
  1. 2 % Dividendenrendite62 % der Zahler bieten so viel, Kürzungsquote 2,9 %797.000 €
  2. 3 % Dividendenrendite43 % der Zahler bieten so viel, Kürzungsquote 2,9 %531.400 €
  3. 4 % Dividendenrendite27 % der Zahler bieten so viel, Kürzungsquote 9,7 %398.500 €
  4. 5 % Dividendenrendite16 % der Zahler bieten so viel, Kürzungsquote 9,7 %318.800 €
  5. 6 % Dividendenrendite10 % der Zahler bieten so viel, Kürzungsquote 28 %265.700 €
  6. 8 % Dividendenrendite4 % der Zahler bieten so viel, Kürzungsquote 44,5 %199.300 €
Live aus der Datenbank von Dividenden.com. Kürzungsquote: eigene Auswertung von 124.615 Monaten US-Aktien 2008 bis 2024, ohne REITs, BDCs und Vermögensverwalter.

Die Grafik zeigt das Dilemma. Mit 8 % Rendite bräuchtest du nur ein Viertel des Depots, das 2 % erfordern. Aber bei Renditen über 6 % wurde die Dividende in unserer Auswertung bei mehr als jedem vierten Titel binnen eines Jahres gekürzt. Ein Depot, das auf dem Papier 1.000 € abwirft und nach der ersten Kürzungswelle noch 700 €, hat sein Ziel verfehlt. Wie du eine solche Renditefalle erkennst, steht im Artikel Renditefalle erkennen.

Unsere Arbeitsannahme: Für den Rest des Artikels rechnen wir mit 3,5 % Dividendenrendite. Das liegt zwischen dem Median und dem oberen Viertel der heutigen Zahler, in einem Bereich mit niedriger Kürzungsquote. Titel mit 2,5 bis 5 % Rendite haben ihre Dividende in den letzten fünf Jahren im Median um 6,8 % im Jahr erhöht. Für 1.000 € netto braucht es damit ein Depot von 455.400 €.

1.000 € im Monat heißt nicht jeden Monat 1.000 €

Das Ziel ist ein Durchschnitt. Wann das Geld tatsächlich kommt, hängt davon ab, welche Aktien du hältst. So verteilten sich die Zahlungen der letzten zwölf Monate:

In welchem Monat Dividendenaktien zahlen
Anteil der Zahlungen je Monat in Prozent, letzte zwölf Monate. Dunkel: überdurchschnittlich viele Zahlungen.
Deutsche Aktien (128 Zahlungen)
0
5
4
7
45
30
6
0
0
0
1
1
Jan.Feb.MärzApr.MaiJuniJuliAug.Sep.Okt.Nov.Dez.
US-Aktien (4.184 Zahlungen)
8
5
13
7
6
12
8
6
11
7
6
12
Jan.Feb.MärzApr.MaiJuniJuliAug.Sep.Okt.Nov.Dez.
Live aus der Datenbank von Dividenden.com, Zahltag (ersatzweise Ex-Tag) aller aktiven Aktien.

Deutsche Aktien zahlen fast alle einmal im Jahr, nach der Hauptversammlung: 76 % der Zahlungen fielen in den Mai und Juni, allein der Mai brachte 45 %. Ein reines DAX-Depot für 1.000 € im Monat überweist dir im Frühsommer mehrere Tausend Euro und im Herbst fast nichts. US-Aktien zahlen vierteljährlich und über das Jahr verteilt, mit Spitzen in den Quartalsmonaten. Wer einen gleichmäßigen Monatsbetrag will, mischt beide oder legt sich einen Puffer auf dem Konto an.

Wie viel in welchem Monat kommt, zeigt dir der Dividendenkalender in deinem Depot bei Dividenden.com, Monat für Monat und netto.

Wie lange der Weg mit Sparplan dauert

Wie schnell du bei 455.400 € ankommst, hängt an der Sparrate und an der Börse. Wir haben den Weg mit dem Modell unserer Depotprognose durchgerechnet: 2.000 zufällige Börsenverläufe je Sparrate, 7 % Gesamtrendite im Jahr bei 14 % Schwankung, Dividenden werden nach Steuern wiederangelegt. Die 7 % sind bewusst vorsichtiger als 3,5 % Rendite plus 6,8 % Dividendenwachstum: Die letzten fünf Jahre enthalten bei vielen Titeln die Erholung nach den Kürzungen von 2020, und kein Depot hält jede Erhöhung durch.

Start und SparrateIm MedianSchnellste 10 %Langsamste 10 %Selbst eingezahlt
250 € im Monat43 Jahre31 Jahreüber 50 Jahre128.300 €
500 € im Monat31 Jahre23 Jahre45 Jahre186.000 €
500 € im Monat, jedes Jahr 3 % mehr27 Jahre20 Jahre35 Jahre237.800 €
1.000 € im Monat21 Jahre16 Jahre30 Jahre252.000 €
50.000 € Start, dazu 500 € im Monat24 Jahre16 Jahre38 Jahre192.500 €
Jahre, bis das Depot 455.400 € erreicht und bei 3,5 % Rendite 1.000 € netto im Monat abwirft. „Selbst eingezahlt“ bis zum Median-Zeitpunkt.

Mit 500 € im Monat erreicht die Hälfte der Verläufe das Ziel nach 31 Jahren. Die glücklichsten zehn Prozent schaffen es in 23 Jahren, die unglücklichsten brauchen 45 Jahre. Die Spanne zeigt, wie viel an der Reihenfolge der Börsenjahre hängt, auf die du keinen Einfluss hast. Worauf du Einfluss hast, ist die Sparrate: Wer sie jedes Jahr um 3 % anhebt, etwa mit jeder Gehaltserhöhung, ist im Median nach 27 Jahren am Ziel statt nach 31 Jahren.

Bemerkenswert ist die letzte Spalte. Mit 1.000 € im Monat zahlst du bis zum Ziel 252.000 € selbst ein, den Rest von 455.400 € erwirtschaften Kurs und Dividenden. Mit 250 € im Monat ist das Ziel im Median erst nach 43 Jahren erreicht, für viele also erst im Rentenalter.

Was 1.000 € dann noch wert sind: Das Ziel in der Tabelle ist nominal. Bei 2 % Inflation haben 1.000 € in 31 Jahren nur noch die Kaufkraft von 541 € heute. Wer heutige Kaufkraft will, braucht am Ende ein entsprechend größeres Depot. Dagegen steht das Dividendenwachstum: Die Titel mit 2,5 bis 5 % Rendite haben ihre Dividende in den letzten fünf Jahren im Median um 6,8 % im Jahr erhöht, deutlich schneller als die Preise stiegen.

Mit deinen eigenen Zahlen rechnen

Alle Zahlen oben gehen von Annahmen aus, die für dich nicht stimmen müssen. Zwei Werkzeuge rechnen mit deinen:

  • Der Dividendenrechner zeigt kostenlos, in welchem Jahr dein Depot dein Cashflow-Ziel erfüllt, mit deiner Sparrate, Rendite, deinem Dividendenwachstum und Wiederanlage.
  • Die Depotprognose startet mit deinem echten Depot bei Dividenden.com und zeigt neben dem mittleren Weg die Bandbreite aus tausenden Verläufen, dazu Meilensteine für dein Dividendeneinkommen. Sie gehört zu Premium.

Häufige Fragen zu 1.000 € Dividende im Monat

Wie viel Depot brauche ich für 500 € Dividende im Monat?

Für 500 € netto im Monat brauchst du 7.791 € Bruttodividende im Jahr, bei 3,5 % Rendite also ein Depot von 222.600 €. Das ist etwas weniger als die Hälfte des Depots für 1.000 €, weil der Pauschbetrag einen größeren Teil der Dividende steuerfrei stellt.

Und für 2.000 € im Monat?

Dafür braucht es 32.239 € brutto im Jahr, bei 3,5 % Rendite ein Depot von 921.100 €.

Wie viel mehr brauche ich mit Kirchensteuer?

Mit 9 % Kirchensteuer steigt die Steuer auf rund 28 %. Für 1.000 € netto im Monat brauchst du dann 16.277 € brutto im Jahr statt 15.941 €.

Reicht ein Dividenden-ETF?

Steuerlich ist ein ausschüttender Aktien-ETF sogar im Vorteil, weil 30 % seiner Ausschüttung steuerfrei bleiben. Dividenden-ETFs rentieren aber oft niedriger als ein ausgesuchtes Depot mit 3 bis 4 %, und in ihnen steckt die ausländische Quellensteuer schon mit drin. Rechne deshalb mit der tatsächlichen Ausschüttungsrendite des ETF. Ein thesaurierender ETF zahlt nichts aus. Wie viel Dividende trotzdem in ihm steckt, zeigt der Artikel Thesaurierend oder ausschüttend?

Warum nicht einfach Aktien mit 8 % Rendite kaufen?

Weil die Dividende bei solchen Renditen oft nicht hält. In unserer Auswertung wurde sie bei 8 bis 10 % Rendite binnen eines Jahres in 44,5 % der Fälle gekürzt. Ein kleineres Depot mit hoher Rendite erreicht das Ziel schneller auf dem Papier, verfehlt es aber häufiger in der Wirklichkeit.

Soll ich die Dividenden bis zum Ziel wiederanlegen?

Ja, wenn du sie nicht brauchst. Alle Zeiten in der Tabelle setzen voraus, dass die Dividenden nach Steuern wieder in das Depot fließen. Wer sie vorher ausgibt, verlängert den Weg deutlich.
Ringo Dühmke
Ringo DühmkeGründer und Autor

Ringo Dühmke investiert seit 2001 an der Börse und konzentriert sich seit 2014 auf Dividendenaktien. Im Mittelpunkt seiner Strategie stehen solide Geschäftsmodelle, attraktive Bewertungen und verlässliche Ausschüttungen. Mit seiner Erfahrung aus über 25 Jahren Unternehmertum hat er mit Dividenden.com die Plattform entwickelt, die er sich als Anleger selbst gewünscht hat: Daten, Analysen und Werkzeuge für den langfristigen Aufbau eines Dividendendepots.

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