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Steuernca. 11 Min. Lesezeitgeprüft am 22.09.2026

Quellensteuer auf Dividenden

Welches Land wie viel einbehält und was du dir zurückholen kannst

Quellensteuer-Tabelle für über 30 Länder: wie viel die Schweiz, die USA, Frankreich oder Dänemark von deiner Dividende einbehalten, was Deutschland davon anrechnet und wie du den Rest zurückholst. Mit Netto-Rechner, W-8BEN, der Falle mit dem Sparer-Pauschbetrag und ETFs.

Ringo Dühmke, Gründer von Dividenden.com

Seit 2001 an der Börse, seit 2014 mit einer konsequenten Dividendenstrategie. Lebt heute vom Dividenden-Cashflow seines Depots und hat Dividenden.com gegründet.

Kurze Antwort

Die Quellensteuer behält das Land ein, in dem das Unternehmen seinen Sitz hat, bevor die Dividende bei dir ankommt: die USA 15 % (mit W-8BEN), die Schweiz 35 %, Frankreich 12,8 %, Großbritannien nichts. Deutschland rechnet davon bis zu 15 % auf deine Abgeltungsteuer an. Bis 15 % kostet dich die Quellensteuer also nichts extra. Was darüber liegt, ist verloren, solange du es nicht per Antrag im Ausland zurückholst. Bei der Schweiz sind das 20 Prozentpunkte, also 200 € je 1.000 € Dividende.

Mit diesem Artikel beginnt der Lesepfad „Ich habe schon ein Depot“. Wer die ersten ausländischen Dividenden bekommen hat, kennt den Moment: Auf der Abrechnung steht weniger, als die Rendite versprochen hat, und dazwischen eine Zeile „Quellensteuer“. Hier siehst du, woher sie kommt, welches Land wie viel nimmt, und wann sich der Antrag auf Erstattung für dich lohnt.

Was die Quellensteuer ist

Jedes Land will an den Dividenden seiner Unternehmen mitverdienen, auch wenn die Aktionäre im Ausland wohnen. Deshalb behält es einen Teil direkt an der Quelle ein, also bevor das Geld das Land verlässt. Das ist die Quellensteuer. Du musst dafür nichts tun, und du kannst es auch nicht verhindern: Deine Bank bekommt schon den gekürzten Betrag gutgeschrieben.

Danach will auch Deutschland seinen Anteil, die Abgeltungsteuer von 25 % plus Solidaritätszuschlag, zusammen 26,375 % (ohne Kirchensteuer). Damit du nicht doppelt zahlst, haben Deutschland und die meisten Länder Doppelbesteuerungsabkommen geschlossen. Sie legen fest, wie viel das Ausland höchstens behalten darf und dass Deutschland diesen Teil auf seine eigene Steuer anrechnet.

Quellensteuer

Behält der Sitzstaat des Unternehmens sofort bei der Ausschüttung ein

Anrechnung

Deutschland zieht bis zu 15 % davon von deiner Abgeltungsteuer ab

Erstattung

Was über 15 % hinausgeht, gibt es nur per Antrag im Ausland zurück

Maßgeblich ist der Sitz des Unternehmens, nicht die Börse, an der du kaufst. Nestlé bleibt ein Schweizer Unternehmen, auch wenn du die Aktie in Frankfurt oder über Tradegate kaufst. Auf jeder Profilseite von Dividenden.com steht in der Zeile „Quellensteuer“, welcher Satz für die Aktie gilt und wie viel davon anrechenbar ist.

Warum 15 % die entscheidende Grenze sind

Die Anrechnung ist der Punkt, den viele übersehen. Nimm 1.000 € Dividende aus den USA: 150 € behält der amerikanische Fiskus ein. Deutschland würde 263,75 € verlangen, zieht die 150 € aber von seiner Kapitalertragsteuer (250 €) ab und erhebt den Soli nur auf den Rest: 105,50 €. Am Ende bleiben dir 744,50 €, sogar etwas mehr als bei einer deutschen oder britischen Aktie (736,25 €), weil auf den angerechneten Teil kein Soli fällt. Die amerikanische Quellensteuer hat dich also nichts extra gekostet, sie ist nur an einen anderen Staat gegangen.

Bei der Schweiz sieht es anders aus. Sie behält 35 % ein, angerechnet werden aber nur 15. Die übrigen 20 Prozentpunkte zahlst du zusätzlich, solange du sie nicht zurückforderst. Von 1.000 € bleiben dann 545 €. So sieht das für alle Länder aus, aus denen mindestens fünf Aktien in unserer Datenbank stammen:

Was von 1.000 € Dividende bei dir ankommt, je Sitzstaat
Mit ausgeschöpftem Sparer-Pauschbetrag, ohne Kirchensteuer und ohne Erstattung. Grau und Gelb ergeben zusammen je nach Land 255,50 bis 263,75 €, weil auf den angerechneten Teil kein Soli fällt. Die großen Unterschiede entstehen im roten Teil.
kommt bei dir an deutsche Steuer Quellensteuer, angerechnet zu viel einbehalten
USAUSA745745 €
DeutschlandDeutschland736736 €
GroßbritannienGroßbritannien736736 €
KanadaKanada745745 €
HongkongHongkong736736 €
FrankreichFrankreich743743 €
AustralienAustralien736736 €
NiederlandeNiederlande745745 €
ChinaChina742742 €
SingapurSingapur736736 €
JapanJapan741741 €
SpanienSpanien705705 €
IndienIndien695695 €
TaiwanTaiwan685685 €
SüdkoreaSüdkorea675675 €
NorwegenNorwegen645645 €
IrlandIrland645645 €
ItalienItalien635635 €
DänemarkDänemark625625 €
ÖsterreichÖsterreich620620 €
SchwedenSchweden595595 €
BelgienBelgien595595 €
SchweizSchweiz545545 €
FinnlandFinnland545545 €
Quellensteuersätze von Dividenden.com, Stand Oktober 2026. Länder mit mindestens fünf Dividendenaktien in unserer Datenbank.

Die Grafik zeigt die wichtigste Regel dieses Artikels: Bis zu einer Quellensteuer von 15 % ist das Land für deine Nettodividende egal. Erst darüber wird es teuer, und am teuersten sind ausgerechnet einige der beliebtesten Dividendenländer Europas: die Schweiz und Finnland mit 35 %, Schweden, Belgien und Australien mit 30 %.

Quellensteuer-Tabelle: alle Länder im Überblick

Die Tabelle zeigt für jedes Land den Satz, mit dem Dividenden.com in Depot und Profilseiten rechnet, wie viel davon angerechnet wird, wie viel du zurückholen kannst, und wie viele Dividendenaktien des Landes in unserer Datenbank stehen. Insgesamt sind es 1.713, bei 275 davon (16 %) wird mehr einbehalten, als Deutschland anrechnet.

LandQuellensteuerangerechnetzurückholbarAktiengrößter Zahler
USAUSA15 %15 %–1.004Microsoft
DeutschlandDeutschland0 %0 %–128Allianz
GroßbritannienGroßbritannien0 %0 %–82HSBC
KanadaKanada15 %15 %–78Royal Bank of Canada
JapanJapan15,315 %15 %–75Toyota
SchweizSchweiz35 %15 %20 %38Nestlé
HongkongHongkong0 %0 %–31China Mobile
KaimaninselnKaimaninseln0 %0 %–26Tencent
ItalienItalien26 %15 %11 %24Intesa Sanpaolo
FrankreichFrankreich12,8 %12,8 %–23TotalEnergies
SpanienSpanien19 %15 %4 %23Inditex
AustralienAustralien0 %0 %–21BHP Group
NiederlandeNiederlande15 %15 %–17ING Groep
IndienIndien20 %15 %5 %14Tata Consultancy Services
SchwedenSchweden30 %15 %15 %13Swedbank
ChinaChina10 %10 %–12ICBC
SingapurSingapur0 %0 %–12DBS Group
FinnlandFinnland35 %15 %20 %11Nordea
SüdkoreaSüdkorea22 %15 %7 %11Samsung Electronics
TaiwanTaiwan21 %15 %6 %11TSMC
NorwegenNorwegen25 %15 %10 %10Equinor
BermudaBermuda0 %0 %–8CK Infrastructure
DänemarkDänemark27 %15 %12 %8Novo Nordisk
BelgienBelgien30 %15 %15 %6Anheuser-Busch InBev
IrlandIrland25 %15 %10 %6Accenture
ÖsterreichÖsterreich27,5 %15 %12,5 %6OMV
SüdafrikaSüdafrika20 %15 %5 %4Gold Fields
PortugalPortugal28 %15 %13 %3EDP
BrasilienBrasilien15 %15 %–2Petrobras
GRGriechenland5 %5 %–2Jumbo
KasachstanKasachstan15 %15 %–1Kaspi.kz
NeuseelandNeuseeland30 %15 %15 %1Spark New Zealand
PolenPolen19 %15 %4 %1Polski Koncern Naftowy ORLEN
CYZypern0 %0 %–1Frontline
Sätze für Privatanleger mit Wohnsitz in Deutschland. USA mit hinterlegtem W-8BEN. Kanada: 15 % für Dividenden, 25 % für Ausschüttungen von Trusts und REITs. Australien: Satz für nicht „gefrankte“ Dividenden. Japan: die 0,315 Punkte über 15 % sind der Wiederaufbauzuschlag, eine Erstattung lohnt nicht. Kaimaninseln und Bermuda sind Sitz vieler in Hongkong notierter Unternehmen. „Größter Zahler“ nach rechnerischer Jahresausschüttung, live aus der Datenbank.
Warum wir nicht immer den günstigsten Satz eintragen: Einige Länder senken ihren Satz nur, wenn du vorher eine Bescheinigung einreichst, etwa Polen. Tut deine Bank das nicht automatisch, wird erst einmal der volle Satz einbehalten. Wir rechnen in solchen Fällen mit dem Satz, der ohne dein Zutun tatsächlich abgezogen wird, damit die Nettozahlen im Depot nicht zu schön aussehen.

Nachrechnen mit deiner Dividende

Wähle das Land, trag deine Bruttodividende ein und, falls vorhanden, wie viel von deinem Sparer-Pauschbetrag noch frei ist. Der Rechner zeigt den Weg von brutto zu netto und was du dir zurückholen könntest.

Was von deiner Dividende ankommt
Bruttodividende
1.000,00 €
Quellensteuer Schweiz
35 %, behält der Sitzstaat sofort ein
−350,00 €
Abgeltungsteuer
25 % abzüglich angerechneter Quellensteuer, darauf 5,5 % Soli
−105,50 €
Netto
544,50 €
Zurückholbar per Antrag
200,00 €
Mit Erstattung kämen 744,50 € an.
Nicht angerechnet wegen Pauschbetrag
0,00 €
Die anrechenbare Quellensteuer wird voll verrechnet.

Vereinfachte Schätzung ohne Kirchensteuer, keine Steuerberatung. Rechnet mit denselben Sätzen wie Depot und Profilseiten von Dividenden.com.

Die Falle mit dem Sparer-Pauschbetrag

Stell im Rechner einmal die Schweiz ein, 1.000 € Dividende und 1.000 € freien Pauschbetrag. Ergebnis: Es kommen 650 € an, nicht 1.000 €. Der Pauschbetrag befreit dich nur von der deutschen Steuer. Die Schweiz behält ihre 35 % trotzdem ein, und weil in Deutschland keine Steuer anfällt, gibt es auch nichts, worauf sich die Quellensteuer anrechnen ließe. Selbst die eigentlich anrechenbaren 15 % gehen verloren.

Deine Bank führt dafür einen sogenannten Quellensteuertopf. Dort merkt sie sich nicht verrechnete Quellensteuer und zieht sie von späterer Abgeltungsteuer im selben Jahr ab, sobald dein Pauschbetrag aufgebraucht ist. Bleibt bis zum Jahresende keine deutsche Steuer übrig, verfällt der Rest.

Was daraus folgt: Liegen deine Dividenden unter dem Pauschbetrag von 1.000 € (2.000 € bei Zusammenveranlagung), sind Aktien ohne Quellensteuer, etwa aus Deutschland oder Großbritannien, netto klar im Vorteil. Eine US-Aktie liefert dann 850 € je 1.000 €, eine deutsche die vollen 1.000 €. Erst wenn der Pauschbetrag ausgeschöpft ist, gleichen sich alle Länder bis 15 % an. Wie du den Pauschbetrag deshalb auf mehrere Broker verteilst, zeigt der Artikel Sparer-Pauschbetrag verteilen.

Zu viel einbehalten: So holst du es zurück

Was über den anrechenbaren Satz hinausgeht, gehört dir. Das Doppelbesteuerungsabkommen verspricht dir die Erstattung, aber nur, wenn du sie beim Finanzamt des anderen Landes beantragst. Deine deutsche Bank und dein deutsches Finanzamt holen dieses Geld nicht für dich.

1

Steuerbescheinigung sammeln

Für jede Dividende brauchst du den Nachweis, wie viel einbehalten wurde. Das steht auf der Dividendenabrechnung deiner Bank.
2

Ansässigkeit bestätigen lassen

Die meisten Länder wollen eine Bestätigung, dass du in Deutschland steuerpflichtig bist. Die stellt dein Finanzamt aus, oft direkt auf dem Formular des anderen Landes.
3

Antrag im Quellenstaat stellen

In der Schweiz bei der Eidgenössischen Steuerverwaltung mit dem Formular 85, inzwischen auch online. Andere Länder haben eigene Formulare und Portale, manche nur in der Landessprache.
4

Fristen im Blick behalten

Die Erstattung verjährt. In der Schweiz hast du drei Jahre ab Ende des Jahres, in dem die Dividende gezahlt wurde. Andere Länder haben eigene Fristen.

Lohnt sich der Aufwand? Das hängt vom Betrag ab. Mit Schweizer Aktien im Wert von 20.000 € und 3 % Rendite kommen 600 € Dividende im Jahr zusammen, davon sind 120 € zurückholbar. Das ist schon ein Antrag wert, zumal sich mehrere Jahre in einem Antrag bündeln lassen. Bei einer einzelnen dänischen Aktie mit 50 € Dividende sind es dagegen 6 €, dafür füllt kaum jemand ein Formular aus.

Mit deinem Depot bei Dividenden.com musst du das nicht schätzen: Unter „Steuern“ steht je Land und Jahr, wie viel zu viel einbehalten wurde. Erledigte Anträge markierst du dort als erstattet.

Übrigens: Dänemark mit 27 % betrifft mehr Anleger, als man denkt, denn dort sitzt Novo Nordisk. Von jeder Dividende gehen 12 % verloren, wenn du sie nicht zurückforderst.

Keine Steuerberatung: Formulare, Fristen und Nachweise ändern sich. Prüfe vor dem Antrag die aktuellen Vorgaben der Steuerbehörde des jeweiligen Landes. Einige Banken bieten die Erstattung als kostenpflichtigen Service an, das kann sich bei kleinen Beträgen schneller rechnen als die eigene Zeit.

USA: das Formular W-8BEN

Die USA erheben gesetzlich 30 % Quellensteuer. Auf 15 % sinkt der Satz nur, wenn deine Bank ein Formular W-8BEN von dir hat. Damit bestätigst du, dass du in Deutschland steuerpflichtig bist. Die meisten Broker legen es dir schon bei der Depoteröffnung vor, oft reicht ein Klick.

Das Formular gilt bis zum Ende des dritten Kalenderjahres nach der Unterschrift, danach musst du es erneuern. Fehlt es, fehlen dir bei jeder US-Dividende 15 Prozentpunkte, und die zurückzuholen ist deutlich mühsamer als die Erneuerung. Mit 1.004 Aktien sind die USA das größte Land in unserer Datenbank, hier lohnt der kurze Blick in die Depotunterlagen besonders.

Sonderfälle, die du kennen solltest

  • Großbritannien, Hongkong, Singapur: keine Quellensteuer auf Dividenden. Das Geld kommt brutto an, nur die deutsche Steuer fällt an.
  • Frankreich: 12,8 % für Privatanleger, also unter der Grenze von 15 % und voll anrechenbar. Eine Erstattung ist nicht nötig.
  • Kanada: 15 % für Dividenden gewöhnlicher Aktiengesellschaften. Bei Income Trusts und REITs sind es 25 %, weil ihre Ausschüttungen steuerlich keine Dividenden sind.
  • USA, „Return of Capital“: Manche US-Unternehmen weisen Ausschüttungen als Kapitalrückzahlung aus, etwa die Vorzugsaktie SATA von Strive. In den USA ist das keine Dividende, in Deutschland bleibt die Zahlung in der Regel trotzdem voll steuerpflichtig. Warum, steht im Ratgeber zu US-Vorzugsaktien.
  • Australien: Auf „gefrankte“ Dividenden, für die das Unternehmen in Australien schon Steuer gezahlt hat, fällt keine Quellensteuer an, auf ungefrankte 30 %. Viele große australische Unternehmen zahlen ganz oder teilweise gefrankt, der tatsächliche Abzug ist dann niedriger als in der Tabelle.
  • Irland: 25 % auf Dividenden irischer Aktiengesellschaften, aber nichts auf die Ausschüttungen irischer ETFs. Deshalb sitzen die meisten in Deutschland gehandelten ETFs dort.
  • Brasilien: Gewöhnliche Dividenden sind steuerfrei, die „Zinsen auf Eigenkapital“, über die etwa Petrobras einen großen Teil ausschüttet, kosten 15 %.

Und bei ETFs?

Bei einem ETF mit Sitz in Irland oder Luxemburg behält auf die Ausschüttung an dich niemand Quellensteuer ein. Verschwunden ist sie trotzdem nicht: Sie fällt eine Stufe früher an, wenn die Unternehmen im Fonds ihre Dividenden an den ETF zahlen. Für US-Aktien sind das bei einem irischen Fonds 15 %. Diese Steuer siehst du auf keiner Abrechnung, sie mindert still die Rendite des Fonds, und anrechnen kannst du sie nicht.

Als pauschalen Ausgleich dafür sind bei Aktien-ETFs 30 % der Ausschüttung steuerfrei (Teilfreistellung). Im Depot von Dividenden.com rechnen wir ETFs deshalb mit ihrer eigenen Tabelle: Irland, Luxemburg und Deutschland ohne Quellensteuer, die Niederlande mit 15 %, die Schweiz mit 35 %.

Ob der ETF ausschüttet oder die Dividenden wieder anlegt, ändert an dieser Quellensteuer im Fonds nichts. Was die beiden Fondsarten sonst unterscheidet, steht im Artikel Thesaurierend oder ausschüttend?

Was das für dein Depot heißt

Musst du Schweizer oder finnische Aktien meiden? Nein. Du solltest sie nur ehrlich rechnen. Ohne Erstattung bleiben von einer Schweizer Dividende 545 € statt 736 € je 1.000 €. Eine Schweizer Aktie braucht also rund 35 % mehr Rendite, um netto mit einer amerikanischen, deutschen oder britischen Aktie gleichzuziehen.

Auf ein Einkommensziel umgerechnet: Wer 1.000 € netto im Monat aus Schweizer Aktien ohne Erstattung beziehen will, braucht rund 5.600 € mehr Bruttodividende im Jahr. Die ganze Rechnung steht im Artikel 1.000 € Dividende im Monat.

Ein Beispiel mit aktuellen Zahlen: Nestlé, der größte Dividendenzahler der Schweiz, rentiert gerade mit 4,08 %. Netto ohne Erstattung entspricht das einer Aktie aus einem Land bis 15 % Quellensteuer mit 3,02 %. Holst du dir die 20 Punkte zurück, zählt die volle Rendite.

Bis 15 %

Kein Nachteil, sobald dein Pauschbetrag ausgeschöpft ist

Über 15 %

Erstattung beantragen oder die Rendite entsprechend abwerten

Pauschbetrag frei

Aktien ohne Quellensteuer bringen netto am meisten

Häufige Fragen zur Quellensteuer

Muss ich die Quellensteuer in der Steuererklärung angeben?

Wenn deine Bank in Deutschland sitzt, rechnet sie die anrechenbare Quellensteuer automatisch mit der Abgeltungsteuer ab, du musst nichts tun. Bei einem ausländischen Broker musst du Dividenden und Quellensteuer selbst in der Anlage KAP eintragen.

Kann ich die Quellensteuer über die deutsche Steuererklärung zurückholen?

Nein. Das deutsche Finanzamt rechnet nur den anrechenbaren Teil an, höchstens 15 %. Was darüber liegt, erstattet ausschließlich der Staat, der es einbehalten hat, auf deinen Antrag hin.

Welche Länder erheben keine Quellensteuer auf Dividenden?

Großbritannien, Hongkong und Singapur behalten auf Dividenden an ausländische Anleger nichts ein. Das gilt auch für viele in Hongkong notierte Unternehmen mit Sitz auf den Kaimaninseln oder den Bermudas.

Warum bekomme ich bei US-Aktien 30 % abgezogen?

Dann liegt deiner Bank kein gültiges W-8BEN vor, oder es ist abgelaufen. Reiche es nach, dann gilt für künftige Dividenden wieder der Satz von 15 %. Für bereits zu viel gezahlte Steuer wende dich zuerst an deine Bank.
Ringo Dühmke
Ringo DühmkeGründer und Autor

Ringo Dühmke investiert seit 2001 an der Börse und konzentriert sich seit 2014 auf Dividendenaktien. Im Mittelpunkt seiner Strategie stehen solide Geschäftsmodelle, attraktive Bewertungen und verlässliche Ausschüttungen. Mit seiner Erfahrung aus über 25 Jahren Unternehmertum hat er mit Dividenden.com die Plattform entwickelt, die er sich als Anleger selbst gewünscht hat: Daten, Analysen und Werkzeuge für den langfristigen Aufbau eines Dividendendepots.

So rechnet Dividenden.com

Vergleiche Dividenden nach Steuern

Der Rechner „Dividenden optimieren“ stellt zwei Aktien mit Quellensteuer, Abgeltungsteuer und Sparer-Pauschbetrag gegenüber und zeigt, welche netto mehr bringt.