Dividenden.com
Steuernca. 10 Min. Lesezeitgeprüft am 22.09.2026

Sparer-Pauschbetrag verteilen

So teilst du den Freistellungsauftrag auf Bank und Broker auf, ohne Steuern zu verschenken

Wie du 1.000 € (Paare 2.000 €) Sparer-Pauschbetrag per Freistellungsauftrag auf mehrere Banken verteilst. Warum US- und Schweizer Dividenden nur 40 % davon nutzen können, wo der Pauschbetrag deshalb verpufft und wie du ihn richtig aufteilst. Mit Verteiler-Rechner.

Ringo Dühmke, Gründer von Dividenden.com

Seit 2001 an der Börse, seit 2014 mit einer konsequenten Dividendenstrategie. Lebt heute vom Dividenden-Cashflow seines Depots und hat Dividenden.com gegründet.

Kurze Antwort

Der Sparer-Pauschbetrag von 1.000 € im Jahr (2.000 € für Ehepaare) stellt Zinsen, Dividenden und Kursgewinne steuerfrei. Du verteilst ihn per Freistellungsauftrag frei auf deine Banken. Die übliche Faustregel „nach Höhe der Erträge“ passt für Dividendenanleger aber nicht: 1.000 € Dividende aus den USA oder der Schweiz können nur 400 € Pauschbetrag nutzen, weil die angerechnete Quellensteuer die deutsche Steuer schon zum Teil tilgt. Den Rest verbraucht die Bank trotzdem. Besser: Beim Broker mit Auslandsaktien nur so viel freistellen, wie dort nutzbar ist, und den Rest dorthin geben, wo Zinsen oder deutsche Dividenden anfallen.

Die meisten Anleger stellen ihren Freistellungsauftrag einmal ein und schauen nie wieder hin. Oft landet der ganze Betrag beim ersten Broker, oder er wird grob nach den erwarteten Erträgen aufgeteilt. Für ein Depot mit vielen ausländischen Dividenden verschenkt beides Geld. Es sind meist zweistellige Beträge im Jahr, aber jedes Jahr, und die Korrektur dauert ein paar Minuten.

Sparer-Pauschbetrag und Freistellungsauftrag in zwei Sätzen

Der Sparer-Pauschbetrag ist der Teil deiner Kapitalerträge, auf den du keine Steuer zahlst: 1.000 € im Jahr, bei Zusammenveranlagung 2.000 €. Damit deine Bank ihn schon bei der Auszahlung berücksichtigt, erteilst du ihr einen Freistellungsauftrag. Hast du mehrere Banken, teilst du den Betrag auf, zusammen darf es nicht mehr als 1.000 € beziehungsweise 2.000 € sein.

Die Bank verbraucht den Auftrag dann Euro für Euro mit jedem Ertrag, der bei ihr anfällt: Zinsen, Dividenden, ETF-Ausschüttungen und Kursgewinne. Erst wenn er aufgebraucht ist, zieht sie Abgeltungsteuer ab. Genau an dieser Stelle liegt das Problem mit ausländischen Dividenden.

Nicht jeder Euro Dividende braucht einen Euro Pauschbetrag

Auf eine US-Dividende von 1.000 € behalten die USA 150 € Quellensteuer ein. Deutschland rechnet diese 150 € auf die Kapitalertragsteuer von 250 € an, auf die übrigen 100 € kommt der Soli: Es bleiben 105,50 € deutsche Steuer. Um genau diese 105,50 € zu sparen, reichen 400 € Pauschbetrag. Jeder weitere Euro, den die Bank für diese Dividende verbraucht, spart nichts mehr: Die deutsche Steuer ist schon bei null, und die Quellensteuer bekommst du über den Pauschbetrag nicht zurück.

Wie viel Pauschbetrag 1.000 € Ertrag sinnvoll nutzen können
Pauschbetrag, bis die deutsche Steuer auf diesen Ertrag bei null ist. Was die Bank darüber hinaus verbraucht, spart keine Steuer mehr.
  1. Zinsen, deutsche und britische Dividendenkeine Quellensteuer1.000 €
  2. Ausschüttungen von Aktien-ETFs30 % Teilfreistellung700 €
  3. Dividenden aus Frankreich12,8 % Quellensteuer488 €
  4. Dividenden aus USA, Schweiz, Kanada, Japan und Co.ab 15 % Quellensteuer400 €
Berechnung von Dividenden.com mit 26,375 % Abgeltungsteuer inklusive Soli, ohne Kirchensteuer. Anrechnung ausländischer Quellensteuer bis 15 %.

Die Schweiz mit 35 % ist dabei kein schlimmerer Fall als die USA mit 15 %: Angerechnet werden in beiden Fällen 15 %, also kann der Pauschbetrag auch in beiden Fällen nur 400 € je 1.000 € nutzen. Die übrigen 20 % der Schweiz sind ein eigenes Thema, das der Artikel Quellensteuer auf Dividenden erklärt.

Das betrifft viele Anleger: Von den 1.713 Dividendenaktien in unserer Datenbank stammen 1.367 (80 %) aus Ländern mit mindestens 15 % Quellensteuer. Nur 309 (18 %) zahlen ohne Abzug, allen voran deutsche, britische und Hongkonger Aktien.

Ein Beispiel: wo der Pauschbetrag verpufft

Nimm eine typische Aufteilung: Bei der Hausbank liegt Tagesgeld, das 300 € Zinsen im Jahr bringt. Beim Neobroker liegen die Dividendenaktien, vor allem aus den USA, mit 1.200 € Dividende, dazu 100 € von deutschen Aktien. Zusammen 1.600 € Ertrag, 1.000 € Pauschbetrag. Drei Möglichkeiten, ihn zu verteilen:

Ersparte Steuer im Jahr, je nach Verteilung des Freistellungsauftrags
Beispiel: 300 € Zinsen bei der Hausbank, 1.200 € US-Dividenden und 100 € deutsche Dividenden beim Neobroker, 1.000 € Pauschbetrag.
  1. Nach Nutzbarkeit verteiltNeobroker 580 €, Hausbank 420 €232,10 €
  2. Nach Höhe der Erträge verteiltNeobroker 813 €, Hausbank 187 €202,30 €
  3. Alles beim NeobrokerNeobroker 1.000 €, Hausbank 0 €152,98 €
Berechnung von Dividenden.com, Abgeltungsteuer inklusive Soli, ohne Kirchensteuer.

Liegt der ganze Auftrag beim Neobroker, verbraucht der ihn komplett, obwohl nur 580 € davon Steuer sparen. Die Zinsen bei der Hausbank werden gleichzeitig voll versteuert. Das kostet 79,13 € im Jahr. Die Aufteilung nach Erträgen ist besser, verschenkt aber immer noch 29,80 €. Richtig ist: Beim Neobroker genau den nutzbaren Teil freistellen, den Rest bei der Hausbank.

Verteile deinen Pauschbetrag

Trag für jede Bank und jeden Broker ein, welche Erträge du dort im Jahr erwartest. Der Rechner zeigt, wie viel Pauschbetrag jedes Depot nutzen kann, schlägt eine Verteilung vor und vergleicht sie mit den beiden üblichen Faustregeln. Die Startwerte sind das Beispiel von oben.

Freistellungsauftrag verteilen

Erwartete Erträge im Jahr je Bank oder Broker, in Euro brutto:

Kann höchstens 300 € Pauschbetrag nutzen
Freistellungsauftrag
420 €
Kann höchstens 580 € Pauschbetrag nutzen
Freistellungsauftrag
580 €
Kann höchstens 0 € Pauschbetrag nutzen
Freistellungsauftrag
0 €
So verteilt sparst du
232,10 €
Deine Erträge nutzen nur 880 € des Pauschbetrags. Der Rest liegt dort, wo er voll zählt, etwa für Zinsen oder Kursgewinne.
nach Höhe der Erträge verteilt
202,30 €
29,80 € weniger im Jahr
alles beim Depot „Neobroker“
152,98 €
79,13 € weniger im Jahr

Ersparte Abgeltungsteuer inklusive Soli, ohne Kirchensteuer. Kursgewinne und Vorabpauschalen verbrauchen den Freistellungsauftrag ebenfalls, plane dafür einen Puffer ein. Vereinfachte Schätzung, keine Steuerberatung.

Die Erträge schätzt du am einfachsten aus dem Vorjahr, die Jahressteuerbescheinigung deiner Bank listet sie auf. Wer sein Depot bei Dividenden.com führt, sieht unter „Steuern“, wie viel Pauschbetrag im laufenden Jahr schon verbraucht ist, getrennt nach Dividenden, Verkäufen und Zinsen.

Die Regeln des Freistellungsauftrags

1

Jederzeit änderbar

Du kannst den Auftrag bei jeder Bank online anpassen, auch mitten im Jahr und für das laufende Jahr. Nur unter den Betrag, der in diesem Jahr schon verbraucht wurde, kannst du ihn nicht senken.
2

Summe höchstens 1.000 € oder 2.000 €

Die Banken melden deine Aufträge mit deiner Steuer-ID an das Bundeszentralamt für Steuern. Stellst du insgesamt zu viel frei, fällt das auf, und die Differenz wird nachversteuert.
3

Paare: ein gemeinsamer Auftrag

Zusammen veranlagte Ehe- und Lebenspartner erteilen einen gemeinsamen Auftrag über bis zu 2.000 €. Er gilt bei dieser Bank für Gemeinschafts- und Einzelkonten beider Partner.
4

Einmal im Jahr prüfen

Ändert sich dein Depot, etwa durch neue Auslandsaktien oder höhere Zinsen, stimmt die alte Verteilung nicht mehr. Ein guter Moment ist der Jahresanfang, wenn die Jahressteuerbescheinigungen kommen.
Ausländische Broker: Ein Broker ohne deutsche Steuerabwicklung zieht keine Abgeltungsteuer ab und nimmt deshalb auch keinen Freistellungsauftrag an. Die Erträge dort gibst du in der Steuererklärung an, und der Pauschbetrag wird erst dann berücksichtigt.

Kursgewinne und Vorabpauschale nicht vergessen

Der Pauschbetrag gilt nicht nur für Dividenden. Verkaufst du eine Aktie mit Gewinn, verbraucht auch dieser Gewinn den Freistellungsauftrag. Wer im Jahr umschichten will, sollte bei diesem Broker etwas Puffer lassen. Übernimmst du deine Verkäufe aus dem Depotimport, siehst du unter „Steuern“, wie viel Kursgewinne den Pauschbetrag schon verbraucht haben und welche Verluste im Aktientopf liegen.

Bleibt gegen Jahresende Pauschbetrag übrig, kannst du ihn für Kursgewinne nutzen: Verkaufst du eine Aktie mit Buchgewinn und kaufst sie gleich wieder, bleibt der Gewinn bis zur Höhe des freien Betrags steuerfrei, vorausgesetzt, bei dieser Bank liegt noch genug Freistellungsauftrag. Dein Einstand steigt dabei, später fällt also weniger Gewinn an. Es kostet zwei Ordergebühren und den Spread. Umgekehrt mindern Positionen im Minus die Steuer auf Gewinne desselben Jahres, Aktienverluste allerdings nur gegen Aktiengewinne. Unter „Steuern“ siehst du beides für dein Depot: wie viel Kursgewinn du noch steuerfrei mitnehmen kannst und was ein Verkauf deiner Positionen im Minus an Steuer spart. Wie viele Stück dafür passen, rechnest du unter „Verkauf durchrechnen“ vorher aus: Du siehst, welche Käufe die Bank zuerst nimmt, was an Steuer anfällt und wie viel Pauschbetrag danach übrig ist.

Bei thesaurierenden ETFs kommt die Vorabpauschale dazu: Im Januar setzt die Bank für das Vorjahr einen fiktiven Ertrag an, auch wenn nichts ausgeschüttet wurde. Auch er verbraucht den Freistellungsauftrag. Ist keiner mehr da, bucht die Bank die Steuer vom Verrechnungskonto ab. Liegt dein ETF-Sparplan bei einem anderen Broker als deine Dividendenaktien, plane dort einen Teil des Pauschbetrags ein. Wie viel Vorabpauschale im Januar auf deine ETFs zukommt, siehst du unter „Steuern“, je ETF und als Schätzung zum heutigen Kurs. Warum sie inzwischen auch ausschüttende Welt-ETFs trifft, steht im Artikel Thesaurierend oder ausschüttend?

Falsch verteilt? So holst du es zurück

Ist der Pauschbetrag am Jahresende bei einer Bank ungenutzt, während eine andere Steuer abgezogen hat, ist das Geld nicht verloren. Über die Anlage KAP deiner Steuererklärung kannst du die Überprüfung des Steuereinbehalts beantragen. Das Finanzamt rechnet dann mit dem Pauschbetrag über alle Banken und erstattet zu viel gezahlte Abgeltungsteuer. Du brauchst dafür die Jahressteuerbescheinigungen aller Banken.

Besser gleich richtig: Die Steuererklärung repariert viel, aber erst im Folgejahr und nur, wenn du sie machst. Ein passend verteilter Freistellungsauftrag sorgt dafür, dass das Geld sofort auf deinem Konto landet, und erspart dir die Anlage KAP, wenn du sie sonst nicht bräuchtest.
Keine Steuerberatung: Der Artikel beschreibt die Regeln für Privatanleger mit Wohnsitz in Deutschland in vereinfachter Form, ohne Kirchensteuer. Für deinen Einzelfall frag im Zweifel eine Steuerberaterin oder einen Lohnsteuerhilfeverein.

Häufige Fragen zum Sparer-Pauschbetrag

Wie hoch ist der Sparer-Pauschbetrag?

1.000 € im Jahr für Alleinstehende und 2.000 € für zusammen veranlagte Ehe- und Lebenspartner. Er gilt für alle Kapitalerträge zusammen: Zinsen, Dividenden, Fondsausschüttungen und Kursgewinne.

Wie verteile ich den Freistellungsauftrag auf mehrere Broker?

Schätze für jede Bank die Erträge des Jahres. Zinsen, deutsche und britische Dividenden zählen voll, Aktien-ETFs zu 70 %, Dividenden mit mindestens 15 % Quellensteuer nur zu 40 %. So viel stellst du bei jeder Bank höchstens frei. Reicht der Pauschbetrag nicht für alles, ist jede Aufteilung innerhalb dieser Grenzen gleich gut.

Was passiert, wenn ich keinen Freistellungsauftrag stelle?

Dann zieht die Bank auf jeden Ertrag sofort Abgeltungsteuer ab. Verloren ist der Pauschbetrag nicht: Über die Anlage KAP holst du dir die Steuer im Folgejahr zurück. Bis dahin fehlt dir das Geld aber.

Warum wird bei US-Dividenden trotz Freistellungsauftrag Steuer abgezogen?

Das ist die Quellensteuer der USA, 15 % mit W-8BEN. Sie behält der amerikanische Staat ein, bevor die Dividende in Deutschland ankommt, und der Freistellungsauftrag ändert daran nichts. Er befreit nur von der deutschen Abgeltungsteuer.
Ringo Dühmke
Ringo DühmkeGründer und Autor

Ringo Dühmke investiert seit 2001 an der Börse und konzentriert sich seit 2014 auf Dividendenaktien. Im Mittelpunkt seiner Strategie stehen solide Geschäftsmodelle, attraktive Bewertungen und verlässliche Ausschüttungen. Mit seiner Erfahrung aus über 25 Jahren Unternehmertum hat er mit Dividenden.com die Plattform entwickelt, die er sich als Anleger selbst gewünscht hat: Daten, Analysen und Werkzeuge für den langfristigen Aufbau eines Dividendendepots.

So rechnet Dividenden.com

Sieh dein Depot nach Steuern

Im Depot von Dividenden.com siehst du für jede Aktie, was nach Quellensteuer und Abgeltungsteuer übrig bleibt, und im Kalender, wann welcher Betrag kommt.

Auch lesen: Quellensteuer auf Dividenden →