Dividenden.com
Grundlagenca. 9 Min. Lesezeitgeprüft am 21.09.2026

Was sind Dividenden und wer zahlt sie?

Der Einstieg mit echten Zahlen

Was eine Dividende ist, woher das Geld kommt, wer über sie entscheidet und wie oft Unternehmen in den USA, Deutschland, Japan oder Großbritannien zahlen. Mit den größten Dividendenzahlern und Unternehmen, die erst seit Kurzem ausschütten.

Ringo Dühmke, Gründer von Dividenden.com

Seit 2001 an der Börse, seit 2014 mit einer konsequenten Dividendenstrategie. Lebt heute vom Dividenden-Cashflow seines Depots und hat Dividenden.com gegründet.

Kurze Antwort

Eine Dividende ist der Teil des Gewinns, den eine Aktiengesellschaft an ihre Aktionäre auszahlt, meist als fester Betrag je Aktie direkt auf dein Verrechnungskonto. Über die Höhe entscheidet in Deutschland die Hauptversammlung einmal im Jahr, in den USA der Verwaltungsrat meist jedes Quartal. Zahlen können sie nur Unternehmen, die dauerhaft mehr Geld verdienen, als sie für ihr eigenes Wachstum brauchen. Garantiert ist sie nie.

Was ist eine Dividende?

Wer eine Aktie kauft, besitzt einen kleinen Teil eines Unternehmens. Verdient das Unternehmen Geld, kann es einen Teil davon an seine Eigentümer weitergeben: die Dividende. Sie wird je Aktie festgelegt. Wie viele Aktien du hältst, bestimmt, wie viel bei dir ankommt.

Ein Beispiel: Die Allianz zahlt derzeit 17,10 € je Aktie und Jahr. Mit 100 Aktien bekommst du 1.710,00 € vor Steuern, einmal im Jahr, wenige Tage nach der Hauptversammlung. Du musst dafür nichts beantragen: Die Bank schreibt den Betrag deinem Verrechnungskonto gut und zieht die Steuer gleich ab.

Gewinn

Das Unternehmen verdient im Geschäftsjahr Geld

Beschluss

Hauptversammlung oder Verwaltungsrat legt den Betrag je Aktie fest

Auszahlung

Der Betrag landet automatisch auf deinem Verrechnungskonto

Anders als der Zins auf Festgeld ist die Dividende kein Versprechen. Das Unternehmen entscheidet jedes Mal neu, und in schlechten Jahren kann sie sinken oder ganz ausfallen. Genau deshalb schauen Dividendenanleger so genau darauf, wie verlässlich ein Unternehmen in der Vergangenheit gezahlt hat.

Woher das Geld für die Dividende kommt

Die Dividende stammt aus dem Gewinn. Was ein Unternehmen verdient, teilt es grob in zwei Töpfe: Ein Teil bleibt im Unternehmen und finanziert neue Fabriken, Forschung, Übernahmen oder den Schuldenabbau. Der andere Teil geht an die Aktionäre. Den Anteil, der ausgeschüttet wird, nennt man Ausschüttungsquote. Bei diesen vier Unternehmen sieht sie so aus:

Wie viel vom Gewinn als Dividende ausgeschüttet wird
Dividende der letzten zwölf Monate geteilt durch den Gewinn je Aktie im selben Zeitraum.
Allianz55,00 %
Coca-Cola62,50 %
REIT: Hohe Abschreibungen auf Immobilien drücken den Buchgewinn. Maßstab ist hier der FFO, nicht der Gewinn.
ganzer Gewinn = 100 % ▲
Ausschüttungsquote auf den Gewinn (TTM) aus der Datenbank von Dividenden.com, täglich aktualisiert.

Eine Quote um 50 % heißt: Die Hälfte des Gewinns fließt an die Aktionäre, die andere Hälfte arbeitet im Unternehmen weiter. Das gibt Spielraum, die Dividende auch in einem schwächeren Jahr zu halten. Liegt die Quote dauerhaft über 100 %, zahlt das Unternehmen mehr aus, als es verdient, und muss die Differenz aus Rücklagen oder Schulden nehmen. Das geht eine Weile gut, aber nicht ewig.

Ausnahme Immobilienaktien: Realty Income schüttet rechnerisch 228,79 % des Gewinns aus. Das ist bei REITs kein Alarmzeichen: Sie schreiben ihre Gebäude jedes Jahr ab, was den Buchgewinn drückt, ohne dass Geld abfließt. Deshalb misst man REITs am FFO (Funds from Operations), dem Gewinn vor diesen Abschreibungen. In den USA müssen REITs zudem mindestens 90 % ihres steuerpflichtigen Gewinns ausschütten.

Wer über die Dividende entscheidet

Wer den Betrag festlegt, hängt vom Land ab. Die beiden wichtigsten Modelle für Anleger in Deutschland sind das deutsche und das amerikanische:

Deutschland: die Hauptversammlung

  • Vorstand und Aufsichtsrat schlagen nach dem Jahresabschluss einen Betrag vor
  • Die Hauptversammlung der Aktionäre stimmt darüber ab, meist im Frühjahr
  • Ex-Tag ist der Geschäftstag nach der Hauptversammlung
  • Gezahlt wird wenige Tage danach, in der Regel einmal im Jahr

USA: der Verwaltungsrat

  • Der Board of Directors erklärt jede einzelne Zahlung selbst
  • Keine Abstimmung der Aktionäre nötig
  • Meist vier Zahlungen im Jahr, Erhöhungen oft einmal jährlich zum selben Zeitpunkt
  • Zwischen Ankündigung und Zahltag liegen oft vier bis acht Wochen

Für dich als Anleger bedeutet das: Bei deutschen Aktien steht der Betrag lange vorher fest, weil der Vorschlag Wochen vor der Hauptversammlung veröffentlicht wird. Bei amerikanischen Aktien erfährst du jede Rate erst kurz vor dem Ex-Tag. Auf Dividenden.com erscheinen neue Ankündigungen noch am selben Tag in den News.

Wie oft gezahlt wird: der Rhythmus hängt vom Land ab

Ob eine Aktie einmal, zweimal, viermal oder zwölfmal im Jahr zahlt, ist weniger eine Frage des Unternehmens als seiner Herkunft. In jedem Land hat sich eine Gewohnheit durchgesetzt. So zahlen die Aktien in unserer Datenbank:

Zahlungsrhythmus nach Land
Anteil der Aktien je Rhythmus, gezählt an den Zahlungen der letzten zwölf Monate. Die Zahl hinter dem Land nennt die Titel.
jährlich halbjährlich vierteljährlich monatlich
USAUSA100996 %
KanadaKanada7794 %
GroßbritannienGroßbritannien8273 %20 %
DeutschlandDeutschland122100 %
SchweizSchweiz3892 %
FrankreichFrankreich2365 %26 %
NiederlandeNiederlande1631 %50 %19 %
SpanienSpanien2317 %70 %13 %
ItalienItalien2442 %50 %
JapanJapan7499 %
HongkongHongkong3113 %84 %
AustralienAustralien2190 %
Aktien in der Datenbank von Dividenden.com mit regelmäßiger Dividende. Sonderzahlungen zählen nicht mit.

In den USA zahlen 96 % der Unternehmen vierteljährlich. In Deutschland ist es ausnahmslos eine Zahlung im Jahr. Japanische Unternehmen zahlen zu 99 % halbjährlich, britische zu 73 %. Monatliche Zahler sind überall die Ausnahme. Es gibt sie vor allem bei amerikanischen und kanadischen Immobilienaktien und einigen Finanzgesellschaften.

Jeden Monat Geld: Wer ein regelmäßiges Einkommen möchte, muss dafür nicht nur Monatszahler kaufen. Drei amerikanische Quartalszahler mit verschobenen Zahlmonaten ergeben zusammen ebenfalls eine Zahlung in jedem Monat. Wie ungleich sich die Zahlungen deutscher und amerikanischer Aktien übers Jahr verteilen, zeigt die Monatsauswertung im Artikel 1.000 € Dividende im Monat. Welche Monate deine Aktien abdecken, zeigt der Dividendenkalender im Depot.

Wer Dividenden zahlt und wer nicht

Dividenden zahlen vor allem reife Unternehmen: Sie verdienen verlässlich Geld, wachsen aber nicht mehr so schnell, dass sie jeden Euro selbst investieren könnten. Typisch sind Versicherer, Banken, Versorger, Telekomkonzerne, Hersteller von Markenartikeln, Öl- und Gaskonzerne und Immobilienaktien.

Junge Wachstumsunternehmen zahlen dagegen meist nichts. Sie stecken ihren Gewinn lieber in neue Produkte, weil sie damit mehr verdienen, als ein Aktionär mit dem ausgeschütteten Geld anfangen könnte. Amazon und Tesla haben bisher nie eine Dividende gezahlt. Irgendwann kippt das aber: Wenn das Geld schneller hereinkommt, als es sinnvoll ausgegeben werden kann, beginnen auch Technologiekonzerne auszuschütten.

Erst seit Kurzem Dividendenzahler
Erster Ex-Tag in der Dividendenhistorie von Dividenden.com.

Ob ein Unternehmen Dividende zahlt, sagt übrigens nichts darüber, ob es eine gute Anlage ist. Es sagt nur, wie es seine Aktionäre beteiligt. Wer auf regelmäßiges Einkommen aus dem Depot setzt, sucht gezielt nach Firmen, die zahlen und diese Zahlung über viele Jahre steigern. Wie lange eine Aktie ihre Dividende schon erhöht, zeigen die Listen der Dividendenaristokraten und Dividendenkönige.

Die größten Dividendenzahler

Welche Unternehmen schütten in absoluten Zahlen am meisten aus? Das lässt sich aus zwei Werten abschätzen, die für jede Aktie bekannt sind: dem Börsenwert und der Dividendenrendite. Börsenwert mal Rendite ergibt die Summe, die ein Unternehmen im Jahr an alle Aktionäre zusammen zahlt.

Weltweit: rechnerische Ausschüttung im Jahr
Börsenwert in Euro mal aktuelle Dividendenrendite, Top 10 der Datenbank.
  1. 1ChinaICBCChina28,03 Mrd. €
  2. 2USAMicrosoftUSA25,96 Mrd. €
  3. 3USANVIDIAUSA21,60 Mrd. €
  4. 4TaiwanTSMCTaiwan20,25 Mrd. €
  5. 5USATSMCUSA20,08 Mrd. €
  6. 6ChinaAgricultural Bank of ChinaChina17,23 Mrd. €
  7. 7ChinaPetroChinaChina16,35 Mrd. €
  8. 8USAJPMorgan ChaseUSA15,77 Mrd. €
  9. 9USAExxonmobilUSA15,23 Mrd. €
  10. 10USAAppleUSA14,14 Mrd. €
Schätzung aus Börsenwert und Forward-Rendite, täglich neu berechnet. Wechselkurse vom Vortag.

Auf Deutschland geschaut: Die 128 deutschen Aktien in unserer Datenbank schütten zusammen rechnerisch rund 63,42 Mrd. € im Jahr aus. Davon stammen 34 % von den fünf größten Zahlern.

Deutschland: die zehn größten Dividendenzahler
Rechnerische Ausschüttung im Jahr, Börsenwert mal aktuelle Dividendenrendite.
  1. 1DeutschlandAllianz6,50 Mrd. €
  2. 2DeutschlandDeutsche Telekom4,84 Mrd. €
  3. 3DeutschlandSiemens4,08 Mrd. €
  4. 4DeutschlandMercedes-Benz Group3,35 Mrd. €
  5. 5DeutschlandMünchener Rück3,07 Mrd. €
  6. 6DeutschlandSAP2,89 Mrd. €
  7. 7DeutschlandVolkswagen2,64 Mrd. €
  8. 8DeutschlandBMW2,64 Mrd. €
  9. 9DeutschlandDeutsche Post2,13 Mrd. €
  10. 10DeutschlandBASF1,94 Mrd. €
Schätzung aus Börsenwert und Forward-Rendite, täglich neu berechnet.

Formen der Dividende

Meistens ist eine Dividende schlicht Geld. Es gibt aber einige Sonderformen, denen du begegnen wirst:

1

Bardividende

Der Normalfall: ein fester Geldbetrag je Aktie, der deinem Verrechnungskonto gutgeschrieben wird. Bei ausländischen Aktien in der jeweiligen Währung, die dein Broker in Euro umrechnet.
2

Sonderdividende

Eine einmalige Zusatzzahlung, etwa nach dem Verkauf eines Geschäftsbereichs oder einem außergewöhnlich guten Jahr. Sie wiederholt sich nicht und gehört deshalb nicht in die Rechnung, was du dauerhaft erwarten kannst.
3

Aktien- oder Wahldividende

Statt Geld bekommst du neue Aktien, oder du darfst wählen. Das Unternehmen schont damit seine Kasse, dein Anteil wächst ohne Kaufgebühr. Einige europäische Konzerne bieten das an.
4

Zahlung aus dem steuerlichen Einlagekonto

Eine deutsche Besonderheit: Zahlt ein Unternehmen aus früher eingezahltem Kapital statt aus dem Gewinn, fällt zunächst keine Abgeltungsteuer an. Dafür sinkt dein steuerlicher Einstandskurs, die Steuer kommt also beim späteren Verkauf.
Dividende oder Aktienrückkauf: Viele amerikanische Unternehmen geben ihren Aktionären einen großen Teil des Geldes nicht als Dividende zurück, sondern kaufen eigene Aktien zurück. Das senkt die Zahl der Aktien, dein Anteil am Unternehmen steigt. Auf dem Konto kommt davon aber nichts an. Für ein Einkommen aus dem Depot zählt nur die Dividende.

Häufige Fragen zu Dividenden

Wann bekomme ich die Dividende, wenn ich eine Aktie kaufe?

Entscheidend ist der Ex-Tag. Hast du die Aktie am Handelstag davor gekauft, bekommst du die nächste Zahlung. Kaufst du am Ex-Tag oder später, geht sie noch an den Verkäufer. Das Geld selbst kommt am Zahltag, der je nach Land wenige Tage bis einige Wochen nach dem Ex-Tag liegt.

Muss ich Dividenden versteuern?

Ja. In Deutschland gilt die Abgeltungsteuer von 25 % plus Solidaritätszuschlag, zusammen 26,375 %, dazu gegebenenfalls Kirchensteuer. Die ersten 1.000 € Kapitalerträge im Jahr (2.000 € bei Zusammenveranlagung) bleiben steuerfrei, wenn du deinem Broker einen Freistellungsauftrag erteilst. Bei ausländischen Aktien behält das Herkunftsland oft zusätzlich Quellensteuer ein.

Muss ein Unternehmen Dividende zahlen?

Nein. Die Dividende ist eine freiwillige Entscheidung, die jedes Jahr oder jedes Quartal neu fällt. Eine Ausnahme sind amerikanische REITs, die per Gesetz mindestens 90 % ihres steuerpflichtigen Gewinns ausschütten müssen, um steuerlich begünstigt zu bleiben.

Kann eine Dividende gekürzt werden?

Ja, und das passiert häufiger, als man denkt. Bayer zahlte für 2022 noch 2,40 € je Aktie, für 2023 nur noch 0,11 €. Wie du die Warnzeichen vorher erkennst, steht im Artikel Dividendenrendite berechnen.

Fällt der Aktienkurs, wenn die Dividende gezahlt wird?

Am Ex-Tag sinkt der Kurs rechnerisch um den Betrag der Dividende, weil das Geld das Unternehmen verlässt. Der Abschlag geht im Tagesgeschehen oft unter, ist aber da. Deshalb lohnt es sich nicht, eine Aktie nur wegen der nächsten Zahlung kurz vor dem Ex-Tag zu kaufen.

Zahlen zu einzelnen Aktien: Stand 12.10.2026. Alle Angaben ohne Gewähr und keine Anlageberatung.

Ringo Dühmke
Ringo DühmkeGründer und Autor

Ringo Dühmke investiert seit 2001 an der Börse und konzentriert sich seit 2014 auf Dividendenaktien. Im Mittelpunkt seiner Strategie stehen solide Geschäftsmodelle, attraktive Bewertungen und verlässliche Ausschüttungen. Mit seiner Erfahrung aus über 25 Jahren Unternehmertum hat er mit Dividenden.com die Plattform entwickelt, die er sich als Anleger selbst gewünscht hat: Daten, Analysen und Werkzeuge für den langfristigen Aufbau eines Dividendendepots.

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