Eine Dividende ist der Teil des Gewinns, den eine Aktiengesellschaft an ihre Aktionäre auszahlt, meist als fester Betrag je Aktie direkt auf dein Verrechnungskonto. Über die Höhe entscheidet in Deutschland die Hauptversammlung einmal im Jahr, in den USA der Verwaltungsrat meist jedes Quartal. Zahlen können sie nur Unternehmen, die dauerhaft mehr Geld verdienen, als sie für ihr eigenes Wachstum brauchen. Garantiert ist sie nie.
Was ist eine Dividende?
Wer eine Aktie kauft, besitzt einen kleinen Teil eines Unternehmens. Verdient das Unternehmen Geld, kann es einen Teil davon an seine Eigentümer weitergeben: die Dividende. Sie wird je Aktie festgelegt. Wie viele Aktien du hältst, bestimmt, wie viel bei dir ankommt.
Ein Beispiel: Die Allianz zahlt derzeit 17,10 € je Aktie und Jahr. Mit 100 Aktien bekommst du 1.710,00 € vor Steuern, einmal im Jahr, wenige Tage nach der Hauptversammlung. Du musst dafür nichts beantragen: Die Bank schreibt den Betrag deinem Verrechnungskonto gut und zieht die Steuer gleich ab.
Das Unternehmen verdient im Geschäftsjahr Geld
Hauptversammlung oder Verwaltungsrat legt den Betrag je Aktie fest
Der Betrag landet automatisch auf deinem Verrechnungskonto
Anders als der Zins auf Festgeld ist die Dividende kein Versprechen. Das Unternehmen entscheidet jedes Mal neu, und in schlechten Jahren kann sie sinken oder ganz ausfallen. Genau deshalb schauen Dividendenanleger so genau darauf, wie verlässlich ein Unternehmen in der Vergangenheit gezahlt hat.
Woher das Geld für die Dividende kommt
Die Dividende stammt aus dem Gewinn. Was ein Unternehmen verdient, teilt es grob in zwei Töpfe: Ein Teil bleibt im Unternehmen und finanziert neue Fabriken, Forschung, Übernahmen oder den Schuldenabbau. Der andere Teil geht an die Aktionäre. Den Anteil, der ausgeschüttet wird, nennt man Ausschüttungsquote. Bei diesen vier Unternehmen sieht sie so aus:
Eine Quote um 50 % heißt: Die Hälfte des Gewinns fließt an die Aktionäre, die andere Hälfte arbeitet im Unternehmen weiter. Das gibt Spielraum, die Dividende auch in einem schwächeren Jahr zu halten. Liegt die Quote dauerhaft über 100 %, zahlt das Unternehmen mehr aus, als es verdient, und muss die Differenz aus Rücklagen oder Schulden nehmen. Das geht eine Weile gut, aber nicht ewig.
Wer über die Dividende entscheidet
Wer den Betrag festlegt, hängt vom Land ab. Die beiden wichtigsten Modelle für Anleger in Deutschland sind das deutsche und das amerikanische:
Deutschland: die Hauptversammlung
- Vorstand und Aufsichtsrat schlagen nach dem Jahresabschluss einen Betrag vor
- Die Hauptversammlung der Aktionäre stimmt darüber ab, meist im Frühjahr
- Ex-Tag ist der Geschäftstag nach der Hauptversammlung
- Gezahlt wird wenige Tage danach, in der Regel einmal im Jahr
USA: der Verwaltungsrat
- Der Board of Directors erklärt jede einzelne Zahlung selbst
- Keine Abstimmung der Aktionäre nötig
- Meist vier Zahlungen im Jahr, Erhöhungen oft einmal jährlich zum selben Zeitpunkt
- Zwischen Ankündigung und Zahltag liegen oft vier bis acht Wochen
Für dich als Anleger bedeutet das: Bei deutschen Aktien steht der Betrag lange vorher fest, weil der Vorschlag Wochen vor der Hauptversammlung veröffentlicht wird. Bei amerikanischen Aktien erfährst du jede Rate erst kurz vor dem Ex-Tag. Auf Dividenden.com erscheinen neue Ankündigungen noch am selben Tag in den News.
Wie oft gezahlt wird: der Rhythmus hängt vom Land ab
Ob eine Aktie einmal, zweimal, viermal oder zwölfmal im Jahr zahlt, ist weniger eine Frage des Unternehmens als seiner Herkunft. In jedem Land hat sich eine Gewohnheit durchgesetzt. So zahlen die Aktien in unserer Datenbank:
In den USA zahlen 96 % der Unternehmen vierteljährlich. In Deutschland ist es ausnahmslos eine Zahlung im Jahr. Japanische Unternehmen zahlen zu 99 % halbjährlich, britische zu 73 %. Monatliche Zahler sind überall die Ausnahme. Es gibt sie vor allem bei amerikanischen und kanadischen Immobilienaktien und einigen Finanzgesellschaften.
Wer Dividenden zahlt und wer nicht
Dividenden zahlen vor allem reife Unternehmen: Sie verdienen verlässlich Geld, wachsen aber nicht mehr so schnell, dass sie jeden Euro selbst investieren könnten. Typisch sind Versicherer, Banken, Versorger, Telekomkonzerne, Hersteller von Markenartikeln, Öl- und Gaskonzerne und Immobilienaktien.
Junge Wachstumsunternehmen zahlen dagegen meist nichts. Sie stecken ihren Gewinn lieber in neue Produkte, weil sie damit mehr verdienen, als ein Aktionär mit dem ausgeschütteten Geld anfangen könnte. Amazon und Tesla haben bisher nie eine Dividende gezahlt. Irgendwann kippt das aber: Wenn das Geld schneller hereinkommt, als es sinnvoll ausgegeben werden kann, beginnen auch Technologiekonzerne auszuschütten.
- Meta Platformserste Dividende im Februar 2024
- Alphabeterste Dividende im Juni 2024
- Salesforceerste Dividende im März 2024
- Bookingerste Dividende im März 2024
Ob ein Unternehmen Dividende zahlt, sagt übrigens nichts darüber, ob es eine gute Anlage ist. Es sagt nur, wie es seine Aktionäre beteiligt. Wer auf regelmäßiges Einkommen aus dem Depot setzt, sucht gezielt nach Firmen, die zahlen und diese Zahlung über viele Jahre steigern. Wie lange eine Aktie ihre Dividende schon erhöht, zeigen die Listen der Dividendenaristokraten und Dividendenkönige.
Die größten Dividendenzahler
Welche Unternehmen schütten in absoluten Zahlen am meisten aus? Das lässt sich aus zwei Werten abschätzen, die für jede Aktie bekannt sind: dem Börsenwert und der Dividendenrendite. Börsenwert mal Rendite ergibt die Summe, die ein Unternehmen im Jahr an alle Aktionäre zusammen zahlt.
- 1ICBCChina28,03 Mrd. €
- 2MicrosoftUSA25,96 Mrd. €
- 3NVIDIAUSA21,60 Mrd. €
- 4TSMCTaiwan20,25 Mrd. €
- 5TSMCUSA20,08 Mrd. €
- 6Agricultural Bank of ChinaChina17,23 Mrd. €
- 7PetroChinaChina16,35 Mrd. €
- 8JPMorgan ChaseUSA15,77 Mrd. €
- 9ExxonmobilUSA15,23 Mrd. €
- 10AppleUSA14,14 Mrd. €
Auf Deutschland geschaut: Die 128 deutschen Aktien in unserer Datenbank schütten zusammen rechnerisch rund 63,42 Mrd. € im Jahr aus. Davon stammen 34 % von den fünf größten Zahlern.
- 1Allianz6,50 Mrd. €
- 2Deutsche Telekom4,84 Mrd. €
- 3Siemens4,08 Mrd. €
- 4Mercedes-Benz Group3,35 Mrd. €
- 5Münchener Rück3,07 Mrd. €
- 6SAP2,89 Mrd. €
- 7Volkswagen2,64 Mrd. €
- 8BMW2,64 Mrd. €
- 9Deutsche Post2,13 Mrd. €
- 10BASF1,94 Mrd. €
Formen der Dividende
Meistens ist eine Dividende schlicht Geld. Es gibt aber einige Sonderformen, denen du begegnen wirst:
Bardividende
Sonderdividende
Aktien- oder Wahldividende
Zahlung aus dem steuerlichen Einlagekonto
Häufige Fragen zu Dividenden
Wann bekomme ich die Dividende, wenn ich eine Aktie kaufe?
Muss ich Dividenden versteuern?
Muss ein Unternehmen Dividende zahlen?
Kann eine Dividende gekürzt werden?
Fällt der Aktienkurs, wenn die Dividende gezahlt wird?
Zahlen zu einzelnen Aktien: Stand 12.10.2026. Alle Angaben ohne Gewähr und keine Anlageberatung.

Ringo Dühmke investiert seit 2001 an der Börse und konzentriert sich seit 2014 auf Dividendenaktien. Im Mittelpunkt seiner Strategie stehen solide Geschäftsmodelle, attraktive Bewertungen und verlässliche Ausschüttungen. Mit seiner Erfahrung aus über 25 Jahren Unternehmertum hat er mit Dividenden.com die Plattform entwickelt, die er sich als Anleger selbst gewünscht hat: Daten, Analysen und Werkzeuge für den langfristigen Aufbau eines Dividendendepots.
So rechnet Dividenden.com