Yield on Cost ist die heutige Jahresdividende geteilt durch deinen Kaufkurs. Sie zeigt, wie viel dein eingesetztes Geld heute an Dividende abwirft, und wächst mit jeder Erhöhung. Unsere Auswertung von 6.854 Käufen von US-Aktien zeigt: Nach zehn Jahren hatte sich die Rendite auf den Einstand im Median verdoppelt. Eine höhere Startrendite führte bis etwa 6 % auch zu einer höheren Yield on Cost, darüber kippte es. Für Kauf- oder Verkaufsentscheidungen taugt die Zahl nicht, dafür zählt die Rendite zum heutigen Kurs.
Mit diesem Artikel endet der Lesepfad „Ich habe schon ein Depot“. Yield on Cost ist die Zahl, auf die viele Dividendenanleger nach ein paar Jahren am liebsten schauen, weil sie zeigt, wie Geduld sich auszahlt. Sie ist aber auch die Zahl, die am häufigsten falsch benutzt wird. Hier siehst du beides.
Was Yield on Cost ist
Die normale Dividendenrendite teilt die Dividende durch den heutigen Kurs. Yield on Cost, auf Deutsch Rendite auf den Einstand, teilt sie durch deinen Kaufkurs:
Yield on Cost = Jahresdividende heute ÷ Kaufkurs × 100
Ein Beispiel mit aktuellen Zahlen: Wer Coca-Cola vor zehn Jahren für 41,76 $ gekauft hat, bekommt heute 2,12 $ Dividende im Jahr. Das sind 5,08 % auf den Einstand, während ein Käufer von heute 2,41 % bekommt. Die Yield on Cost wächst allein durch die Dividendenerhöhungen der zehn Jahre, der Kurs seit dem Kauf spielt für sie keine Rolle.
Hast du mehrfach nachgekauft, rechnest du mit deinem durchschnittlichen Kaufkurs. Für das ganze Depot teilst du die Summe aller Jahresdividenden durch die Summe aller Einstände.
Yield on Cost bekannter Dividendenzahler nach 10 und 20 Jahren
So hoch ist die Rendite auf den Einstand heute, wenn du vor 10 oder vor 20 Jahren gekauft hättest, im Vergleich zur Rendite für einen Käufer von heute:
| Aktie | Kauf vor 20 J. | Kauf vor 10 J. | Kauf heute |
|---|---|---|---|
| Home Depot | 24,59 % | 7,36 % | 3,21 % |
| Münchener Rück | 18,80 % | 14,19 % | 4,58 % |
| Texas Instruments | 18,71 % | 8,88 % | 2,14 % |
| Microsoft | 13,89 % | 6,86 % | 0,73 % |
| Realty Income | 13,36 % | 5,46 % | 6,01 % |
| Allianz | 11,87 % | 12,32 % | 4,10 % |
| Coca-Cola | 9,62 % | 5,07 % | 2,41 % |
| PepsiCo | 9,42 % | 5,58 % | 4,70 % |
| Verizon Communications | 8,31 % | 5,63 % | 6,79 % |
| Nestlé | 7,04 % | 4,14 % | 4,08 % |
| Procter & Gamble | 6,98 % | 4,92 % | 2,88 % |
| BASF | 6,84 % | 2,87 % | 4,35 % |
Die Tabelle zeigt zwei Wege zu einer hohen Yield on Cost. Microsoft startete mit einer niedrigen Rendite und kommt nach 20 Jahren trotzdem auf 13,89 %, weil die Dividende kräftig gewachsen ist. Die Münchener Rück kommt mit höherer Startrendite und stetigen Erhöhungen auf 18,80 %. Titel wie BASF zeigen die Kehrseite: Wo die Dividende stagniert oder gekürzt wird, wächst auch die Yield on Cost nicht.
Hohe Startrendite oder hohes Wachstum: was bringt nach zehn Jahren mehr?
Die ewige Frage unter Dividendenanlegern. Wir haben sie an 6.854 Käufen von US-Aktien nachgemessen: Kauf jeweils zum Jahresende 2005 bis 2015, zehn Jahre gehalten, dann die Rendite auf den Einstand verglichen.
Das Ergebnis ist eindeutiger, als die Debatte vermuten lässt. Bis etwa 6 % gilt: Wer mit höherer Rendite startete, hatte auch nach zehn Jahren die höhere Yield on Cost. Aus 0,6 % wurden im Median 2,3 %, aus 4,6 % wurden 6,3 %. Die niedrigen Startrenditen wuchsen zwar schneller, holten den Vorsprung in zehn Jahren aber nicht ein.
Über 6 % kippt das Bild. Aus 7,9 % wurden im Median nur 7,4 %, bei 51,6 % dieser Käufe war die Dividende zehn Jahre später niedriger als beim Kauf. Das deckt sich mit dem, was wir im Artikel Renditefalle erkennen gemessen haben.
Was vergangenes Dividendenwachstum verrät
Viele Anleger kaufen bewusst niedrige Renditen mit starkem Wachstum, in der Hoffnung, dass die Yield on Cost später davonzieht. Wir haben die Käufe deshalb auch nach dem Dividendenwachstum der fünf Jahre davor sortiert. So vielfach stieg die Yield on Cost in den zehn Jahren danach:
- Vorher: Dividende gesunken774 Käufe, Startrendite im Median 2,1 %2,4×
- Vorher: 0 bis 3 % im Jahr1.063 Käufe, Startrendite im Median 2,9 %1,5×
- Vorher: 3 bis 7 % im Jahr1.081 Käufe, Startrendite im Median 2,7 %1,7×
- Vorher: 7 bis 12 % im Jahr1.088 Käufe, Startrendite im Median 2,3 %2,0×
- Vorher: über 12 % im Jahr2.011 Käufe, Startrendite im Median 1,8 %2,4×
Vergangenes Wachstum ist ein schwacher Wegweiser. Die schnellsten Erhöher der Vergangenheit steigerten ihre Yield on Cost zwar kräftig, aber kaum stärker als Unternehmen, die ihre Dividende vorher gesenkt hatten und danach wieder anhoben. Dazwischen liegen die Faktoren eng beieinander.
Die direkte Gegenüberstellung macht es greifbar: Hohe Startrendite ab 4 % bei langsamem Wachstum machte aus 5,1 % nach zehn Jahren 6,7 %. Niedrige Startrendite unter 2 % bei zweistelligem Wachstum machte aus 1,2 % nur 3,5 %. Die Mitte, 2,5 bis 4 % Rendite mit 5 bis 10 % Wachstum, landete bei 5,5 %, und nur bei 8,6 % der Käufe war die Dividende danach niedriger, gegenüber 23,7 % bei den hohen Startrenditen. Hielten beide Extreme ihr Tempo, zöge der schnelle Erhöher erst nach rund 17 Jahren vorbei.
Wofür Yield on Cost taugt und wofür nicht
Gut geeignet, um …
- zu sehen, wie viel dein eingesetztes Geld heute an Einkommen abwirft
- den Fortschritt deines Depots über die Jahre zu verfolgen
- zu planen, wann deine Dividenden bestimmte Ausgaben decken
- dich in schwachen Börsenphasen daran zu erinnern, dass die Dividenden weiter steigen
Ungeeignet, um …
- zu entscheiden, ob du eine Aktie hältst oder verkaufst
- Aktien miteinander zu vergleichen, die du zu verschiedenen Zeiten gekauft hast
- eine Aktie zu beurteilen, deren Kurs seit dem Kauf stark gestiegen oder gefallen ist
- die Inflation zu berücksichtigen: 8 % auf einen Einstand von vor 20 Jahren sind in heutigem Geld weniger
Die Ankerfalle: warum eine hohe Yield on Cost kein Grund zum Halten ist
Die Yield on Cost hängt an einem Kurs, den es nicht mehr gibt. Dein Kapital steckt heute zum heutigen Kurs in der Aktie. Würdest du verkaufen, bekämst du diesen Kurs, nicht deinen Kaufkurs. Die Frage „Halten oder tauschen?“ beantwortet deshalb nur die Rendite zum heutigen Kurs, zusammen mit dem erwarteten Wachstum.
Microsoft ist das beste Beispiel. 13,89 % Yield on Cost nach 20 Jahren klingen großartig. Das Geld, das heute in der Aktie steckt, bringt aber 0,73 % Dividende. Das kann trotzdem eine gute Anlage sein, etwa wegen des Wachstums. Der Grund dafür ist dann aber das künftige Wachstum, nicht der alte Kaufkurs.
Beim Tausch kommt noch die Steuer dazu. Auf den Kursgewinn fällt Abgeltungsteuer an, und die fehlt danach in der neuen Anlage. Ob sich ein Tausch trotzdem rechnet, zeigt der Rechner Dividenden optimieren mit deinem Einstand und den Steuern.
Yield-on-Cost-Rechner
Trag deinen Kaufkurs, den heutigen Kurs, die aktuelle Jahresdividende und ein angenommenes Dividendenwachstum ein. Der Rechner zeigt deine Yield on Cost heute und in den kommenden Jahren, und daneben die Rendite zum heutigen Kurs.
Startwerte: Coca-Cola, Kauf vor zehn Jahren, live aus der Datenbank von Dividenden.com. Vor Steuern. Eine Rechnung, keine Prognose.
Mit Aktienauswahl, deiner Stückzahl und den Kursen der letzten 20 Jahre rechnet der Yield-on-Cost-Rechner unter Tools.
Häufige Fragen zu Yield on Cost
Wie berechne ich Yield on Cost?
Was ist eine gute Yield on Cost?
Zählen Kursgewinne in der Yield on Cost?
Rechne ich Yield on Cost vor oder nach Steuern?

Ringo Dühmke investiert seit 2001 an der Börse und konzentriert sich seit 2014 auf Dividendenaktien. Im Mittelpunkt seiner Strategie stehen solide Geschäftsmodelle, attraktive Bewertungen und verlässliche Ausschüttungen. Mit seiner Erfahrung aus über 25 Jahren Unternehmertum hat er mit Dividenden.com die Plattform entwickelt, die er sich als Anleger selbst gewünscht hat: Daten, Analysen und Werkzeuge für den langfristigen Aufbau eines Dividendendepots.
So rechnet Dividenden.com