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Dividendenstrategieca. 10 Min. Lesezeitgeprüft am 22.09.2026

Yield on Cost

Die Rendite auf deinen Einstand: was sie über dein Depot verrät und wo sie in die Irre führt

Yield on Cost ist die Dividende geteilt durch deinen Kaufkurs. Was sie aussagt, wie hoch sie bei Microsoft, Coca-Cola oder der Münchener Rück nach 10 und 20 Jahren ist, und was unsere Auswertung von 6.854 Käufen zeigt: Hohe Startrendite oder hohes Wachstum, was bringt nach zehn Jahren mehr? Mit Rechner.

Ringo Dühmke, Gründer von Dividenden.com

Seit 2001 an der Börse, seit 2014 mit einer konsequenten Dividendenstrategie. Lebt heute vom Dividenden-Cashflow seines Depots und hat Dividenden.com gegründet.

Kurze Antwort

Yield on Cost ist die heutige Jahresdividende geteilt durch deinen Kaufkurs. Sie zeigt, wie viel dein eingesetztes Geld heute an Dividende abwirft, und wächst mit jeder Erhöhung. Unsere Auswertung von 6.854 Käufen von US-Aktien zeigt: Nach zehn Jahren hatte sich die Rendite auf den Einstand im Median verdoppelt. Eine höhere Startrendite führte bis etwa 6 % auch zu einer höheren Yield on Cost, darüber kippte es. Für Kauf- oder Verkaufsentscheidungen taugt die Zahl nicht, dafür zählt die Rendite zum heutigen Kurs.

Mit diesem Artikel endet der Lesepfad „Ich habe schon ein Depot“. Yield on Cost ist die Zahl, auf die viele Dividendenanleger nach ein paar Jahren am liebsten schauen, weil sie zeigt, wie Geduld sich auszahlt. Sie ist aber auch die Zahl, die am häufigsten falsch benutzt wird. Hier siehst du beides.

Was Yield on Cost ist

Die normale Dividendenrendite teilt die Dividende durch den heutigen Kurs. Yield on Cost, auf Deutsch Rendite auf den Einstand, teilt sie durch deinen Kaufkurs:

Yield on Cost = Jahresdividende heute ÷ Kaufkurs × 100

Ein Beispiel mit aktuellen Zahlen: Wer Coca-Cola vor zehn Jahren für 41,76 $ gekauft hat, bekommt heute 2,12 $ Dividende im Jahr. Das sind 5,08 % auf den Einstand, während ein Käufer von heute 2,41 % bekommt. Die Yield on Cost wächst allein durch die Dividendenerhöhungen der zehn Jahre, der Kurs seit dem Kauf spielt für sie keine Rolle.

Hast du mehrfach nachgekauft, rechnest du mit deinem durchschnittlichen Kaufkurs. Für das ganze Depot teilst du die Summe aller Jahresdividenden durch die Summe aller Einstände.

Yield on Cost bekannter Dividendenzahler nach 10 und 20 Jahren

So hoch ist die Rendite auf den Einstand heute, wenn du vor 10 oder vor 20 Jahren gekauft hättest, im Vergleich zur Rendite für einen Käufer von heute:

AktieKauf vor 20 J.Kauf vor 10 J.Kauf heute
Home Depot24,59 %7,36 %3,21 %
Münchener Rück18,80 %14,19 %4,58 %
Texas Instruments18,71 %8,88 %2,14 %
Microsoft13,89 %6,86 %0,73 %
Realty Income13,36 %5,46 %6,01 %
Allianz11,87 %12,32 %4,10 %
Coca-Cola9,62 %5,07 %2,41 %
PepsiCo9,42 %5,58 %4,70 %
Verizon Communications8,31 %5,63 %6,79 %
Nestlé7,04 %4,14 %4,08 %
Procter & Gamble6,98 %4,92 %2,88 %
BASF6,84 %2,87 %4,35 %
Heutige Jahresdividende geteilt durch den Kurs am selben Tag vor 10 bzw. 20 Jahren, split­bereinigt, vor Steuern. Live aus der Datenbank von Dividenden.com.

Die Tabelle zeigt zwei Wege zu einer hohen Yield on Cost. Microsoft startete mit einer niedrigen Rendite und kommt nach 20 Jahren trotzdem auf 13,89 %, weil die Dividende kräftig gewachsen ist. Die Münchener Rück kommt mit höherer Startrendite und stetigen Erhöhungen auf 18,80 %. Titel wie BASF zeigen die Kehrseite: Wo die Dividende stagniert oder gekürzt wird, wächst auch die Yield on Cost nicht.

Hohe Startrendite oder hohes Wachstum: was bringt nach zehn Jahren mehr?

Die ewige Frage unter Dividendenanlegern. Wir haben sie an 6.854 Käufen von US-Aktien nachgemessen: Kauf jeweils zum Jahresende 2005 bis 2015, zehn Jahre gehalten, dann die Rendite auf den Einstand verglichen.

Yield on Cost nach zehn Jahren, nach Startrendite beim Kauf
Median je Klasse. Orange: Rendite auf den Einstand nach zehn Jahren, grau: Rendite beim Kauf.
nach zehn Jahren beim Kauf
Startrendite unter 1 %1.241 Käufe, bei 5 % sank die Dividende2,3 %0,6 %
Startrendite 1 bis 2 %1.897 Käufe, bei 6,7 % sank die Dividende3,9 %1,5 %
Startrendite 2 bis 3 %1.598 Käufe, bei 8,1 % sank die Dividende5,1 %2,5 %
Startrendite 3 bis 4 %977 Käufe, bei 12,6 % sank die Dividende5,7 %3,4 %
Startrendite 4 bis 6 %711 Käufe, bei 23,9 % sank die Dividende6,3 %4,6 %
Startrendite über 6 %430 Käufe, bei 51,6 % sank die Dividende7,4 %7,9 %
Eigene Auswertung von Dividenden.com, US-Aktien, Käufe zum Jahresende 2005 bis 2015. Nur Unternehmen, die zehn Jahre später noch notierten.

Das Ergebnis ist eindeutiger, als die Debatte vermuten lässt. Bis etwa 6 % gilt: Wer mit höherer Rendite startete, hatte auch nach zehn Jahren die höhere Yield on Cost. Aus 0,6 % wurden im Median 2,3 %, aus 4,6 % wurden 6,3 %. Die niedrigen Startrenditen wuchsen zwar schneller, holten den Vorsprung in zehn Jahren aber nicht ein.

Über 6 % kippt das Bild. Aus 7,9 % wurden im Median nur 7,4 %, bei 51,6 % dieser Käufe war die Dividende zehn Jahre später niedriger als beim Kauf. Das deckt sich mit dem, was wir im Artikel Renditefalle erkennen gemessen haben.

Was die Zahlen schönen: Die Auswertung enthält nur Unternehmen, die zehn Jahre nach dem Kauf noch an der Börse waren. Pleiten und Übernahmen fehlen, und sie treffen die hohen Startrenditen stärker. Das echte Bild für über 6 % ist also eher noch schlechter.

Was vergangenes Dividendenwachstum verrät

Viele Anleger kaufen bewusst niedrige Renditen mit starkem Wachstum, in der Hoffnung, dass die Yield on Cost später davonzieht. Wir haben die Käufe deshalb auch nach dem Dividendenwachstum der fünf Jahre davor sortiert. So vielfach stieg die Yield on Cost in den zehn Jahren danach:

Wie stark die Yield on Cost in zehn Jahren wuchs, nach Dividendenwachstum der fünf Jahre vor dem Kauf
Median des Faktors Yield on Cost nach zehn Jahren ÷ Startrendite.
  1. Vorher: Dividende gesunken774 Käufe, Startrendite im Median 2,1 %2,4×
  2. Vorher: 0 bis 3 % im Jahr1.063 Käufe, Startrendite im Median 2,9 %1,5×
  3. Vorher: 3 bis 7 % im Jahr1.081 Käufe, Startrendite im Median 2,7 %1,7×
  4. Vorher: 7 bis 12 % im Jahr1.088 Käufe, Startrendite im Median 2,3 %2,0×
  5. Vorher: über 12 % im Jahr2.011 Käufe, Startrendite im Median 1,8 %2,4×
Eigene Auswertung von Dividenden.com, US-Aktien, Käufe zum Jahresende 2005 bis 2015.

Vergangenes Wachstum ist ein schwacher Wegweiser. Die schnellsten Erhöher der Vergangenheit steigerten ihre Yield on Cost zwar kräftig, aber kaum stärker als Unternehmen, die ihre Dividende vorher gesenkt hatten und danach wieder anhoben. Dazwischen liegen die Faktoren eng beieinander.

Die direkte Gegenüberstellung macht es greifbar: Hohe Startrendite ab 4 % bei langsamem Wachstum machte aus 5,1 % nach zehn Jahren 6,7 %. Niedrige Startrendite unter 2 % bei zweistelligem Wachstum machte aus 1,2 % nur 3,5 %. Die Mitte, 2,5 bis 4 % Rendite mit 5 bis 10 % Wachstum, landete bei 5,5 %, und nur bei 8,6 % der Käufe war die Dividende danach niedriger, gegenüber 23,7 % bei den hohen Startrenditen. Hielten beide Extreme ihr Tempo, zöge der schnelle Erhöher erst nach rund 17 Jahren vorbei.

Wofür Yield on Cost taugt und wofür nicht

Gut geeignet, um …

  • zu sehen, wie viel dein eingesetztes Geld heute an Einkommen abwirft
  • den Fortschritt deines Depots über die Jahre zu verfolgen
  • zu planen, wann deine Dividenden bestimmte Ausgaben decken
  • dich in schwachen Börsenphasen daran zu erinnern, dass die Dividenden weiter steigen

Ungeeignet, um …

  • zu entscheiden, ob du eine Aktie hältst oder verkaufst
  • Aktien miteinander zu vergleichen, die du zu verschiedenen Zeiten gekauft hast
  • eine Aktie zu beurteilen, deren Kurs seit dem Kauf stark gestiegen oder gefallen ist
  • die Inflation zu berücksichtigen: 8 % auf einen Einstand von vor 20 Jahren sind in heutigem Geld weniger

Die Ankerfalle: warum eine hohe Yield on Cost kein Grund zum Halten ist

Die Yield on Cost hängt an einem Kurs, den es nicht mehr gibt. Dein Kapital steckt heute zum heutigen Kurs in der Aktie. Würdest du verkaufen, bekämst du diesen Kurs, nicht deinen Kaufkurs. Die Frage „Halten oder tauschen?“ beantwortet deshalb nur die Rendite zum heutigen Kurs, zusammen mit dem erwarteten Wachstum.

Microsoft ist das beste Beispiel. 13,89 % Yield on Cost nach 20 Jahren klingen großartig. Das Geld, das heute in der Aktie steckt, bringt aber 0,73 % Dividende. Das kann trotzdem eine gute Anlage sein, etwa wegen des Wachstums. Der Grund dafür ist dann aber das künftige Wachstum, nicht der alte Kaufkurs.

Beim Tausch kommt noch die Steuer dazu. Auf den Kursgewinn fällt Abgeltungsteuer an, und die fehlt danach in der neuen Anlage. Ob sich ein Tausch trotzdem rechnet, zeigt der Rechner Dividenden optimieren mit deinem Einstand und den Steuern.

Yield-on-Cost-Rechner

Trag deinen Kaufkurs, den heutigen Kurs, die aktuelle Jahresdividende und ein angenommenes Dividendenwachstum ein. Der Rechner zeigt deine Yield on Cost heute und in den kommenden Jahren, und daneben die Rendite zum heutigen Kurs.

Yield-on-Cost-Rechner
Yield on Cost heute
5,08 %
Dividende heute geteilt durch deinen Kaufkurs
Rendite zum heutigen Kurs
2,41 %
So viel bekäme, wer heute kauft. Diese Zahl zählt für Halten oder Tauschen.
Yield on Cost, wenn die Dividende weiter um 5 % im Jahr wächst
heute5,08 %
in 5 Jahren6,48 %
in 10 Jahren8,27 %
in 15 Jahren10,55 %
in 20 Jahren13,47 %

Startwerte: Coca-Cola, Kauf vor zehn Jahren, live aus der Datenbank von Dividenden.com. Vor Steuern. Eine Rechnung, keine Prognose.

Mit Aktienauswahl, deiner Stückzahl und den Kursen der letzten 20 Jahre rechnet der Yield-on-Cost-Rechner unter Tools.

Häufige Fragen zu Yield on Cost

Wie berechne ich Yield on Cost?

Teile die aktuelle Jahresdividende je Aktie durch deinen Kaufkurs je Aktie und nimm das Ergebnis mal 100. Hast du mehrfach gekauft, nimmst du den durchschnittlichen Kaufkurs, für das ganze Depot die Summe der Dividenden durch die Summe der Einstände.

Was ist eine gute Yield on Cost?

Das hängt von der Haltedauer ab. In unserer Auswertung hatte sich die Rendite auf den Einstand nach zehn Jahren im Median verdoppelt, von 2,2 % auf 4,6 %. Wichtiger als eine Zielzahl ist, dass sie Jahr für Jahr steigt.

Zählen Kursgewinne in der Yield on Cost?

Nein. Die Yield on Cost misst nur die Dividende. Ein Kursgewinn oder -verlust taucht darin nicht auf, deshalb sagt sie nichts über die Gesamtrendite deiner Anlage.

Rechne ich Yield on Cost vor oder nach Steuern?

Üblich ist die Rechnung vor Steuern, damit sie mit anderen Renditeangaben vergleichbar bleibt. Für deine Planung zählt, was netto ankommt. Das Depot von Dividenden.com zeigt deshalb auch deine Dividenden nach Quellensteuer und Abgeltungsteuer.
Ringo Dühmke
Ringo DühmkeGründer und Autor

Ringo Dühmke investiert seit 2001 an der Börse und konzentriert sich seit 2014 auf Dividendenaktien. Im Mittelpunkt seiner Strategie stehen solide Geschäftsmodelle, attraktive Bewertungen und verlässliche Ausschüttungen. Mit seiner Erfahrung aus über 25 Jahren Unternehmertum hat er mit Dividenden.com die Plattform entwickelt, die er sich als Anleger selbst gewünscht hat: Daten, Analysen und Werkzeuge für den langfristigen Aufbau eines Dividendendepots.

So rechnet Dividenden.com

Sieh deine Yield on Cost im Depot

Trag deine Käufe ein, und Dividenden.com zeigt für jede Aktie die Rendite auf Einstand, die Rendite zum heutigen Kurs und deine Dividenden nach Steuern.

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